Burn-Out-Syndrom: Risikogruppen (2)

Risikogruppen

Früher ging man davon aus, dass hohe Arbeitsbelastung insbesondere Menschen in helfenden Berufen, wie z.B. Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher, etc. ausbrennen lässt.

Inzwischen ist Burn-Out in nahezu allen Berufsgruppen anzutreffen. Daher lässt sich die Risikogruppe eher anhand von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen bestimmen, welche eine Prädisposition für Burn-Out erkennen lassen. Hierzu gehören unter anderem:

Der Perfektionismus

Perfektionisten setzen sich auf nahezu zwanghafte Weise sehr hohe Ziele, die häufig nicht allein bzw. selbst erreichbar sind. Dieses führt häufig zu enttäuschten Erwartungen und zu einem noch weiter gesteigerten Arbeitspensum. Die betreffende Person „vergisst sich selbst“ und treibt Raubbau mit ihren Ressourcen. Wenn diese allmählich zur Neige gehen, erfolgt ein regelrechtes Aufbäumen und eine weitere Steigerung des Arbeitspensums bis hin zum Burn-Out.

Das Helfersyndrom

Menschen mit Helfersyndrom beziehen ihr Selbstwertgefühl über den Vorgang des Helfens für andere. Diese scheinbare Aufopferung ist im wahrsten Sinne eine traurige Selbstaufopferung, da sie ihre eigenen Bedürfnisse über die Hilfe für andere verdrängen. Dieses führt mit der Zeit zu einem innerseelischen Konflikt und einem Zustand der inneren Leere und Kraftlosigkeit. Nach anfänglich loderndem Brennen folgt der Zustand des „Ausgebranntseins“.

Das „nicht nein sagen können“

Menschen die nicht „Nein“ sagen können, weisen häufig eine mangelnde Konfliktfähigkeit auf. Sie können keine Grenzen setzen, sind oft harmoniesüchtig und möchten es allen Recht machen. Solche Menschen werden oft ausgenutzt bzw. aufgrund der mangelnden Grenzen förmlich energetisch „ausgesaugt“. Am Ende der Spirale steht häufig der Burn-Out.

Das geringe Selbstwertgefühl

kann neben dem Helfen oder nicht „Nein“ sagen können auch auf andere Arten zum Burn-Out führen, z. B. in dem man den Wert seiner Arbeit oder seines Könnens unterschätzt und somit in eine immer weiter führende Spirale des „leisten Müssens“ verfällt.

Im gegenteiligen Aspekt kann es auch zur Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und somit zu einer Art „blindem Ehrgeiz“ kommen. Über die Leistung werden Defizite oder Enttäuschungen im Gefühlsbereich kompensiert, wodurch ein gesundes Empfinden der eigenen Bedürfnisse und Grenzen unterbunden ist. Am Ende steht leider oft der Burn-Out.

Ursachen

Bezüglich der Entstehung des Burn-Out gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Diese sind entweder persönlichkeitszentrierter Natur oder gründen sich auf der Sozial-, Arbeits- und Orga-nisationspsychologie.

Die am häufigsten genannten Faktoren, welche die Entstehung von Burn-Out begünstigen, sind ein Mangel an innerer und äußerer Autonomie, Rollenkonflikte, unrealistische Erwartungen, zu starre hierarchische Strukturen, Routinetätigkeiten, Über- und Unterforderung, unzureichende Unterstützung durch Vorgesetzte, Beziehungskonflikte, hohe Arbeitsbelastung, schlechtes Betriebsklima, wachsende Verantwortung und Sinnleere.

Lesen Sie im nächsten Beitrag mehr zum Verlauf des Burn-Out-Syndroms!

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