Burn-Out-Syndrom: Verlauf – Phasenmodell (3)

Generell kann man sagen, dass Burn-Out nicht von heute auf morgen entsteht. Vielmehr handelt es sich um einen oft jahrelangen und schleichenden Prozess. Daher ist es besonders wichtig, auf etwaige Frühwarnzeichen zu achten.

In der Fachliteratur existieren verschiedene Phasenmodelle des Burn-Out-Syndroms. In der Praxis finden sich die folgenden Phasen in unterschiedlicher Ausprägung in nahezu jedem Fall von Burn-Out:

1. Idealistische Begeisterung

Man brennt für eine Idee, Sache oder Aufgabe, entwickelt Enthusiasmus, Ideenreichtum und Hyperaktivität. Es erfolgt eine totale Identifizierung mit dem Vorhaben, man entwickelt ein

Gefühl der Unentbehrlichkeit, das Gefühl, nie Zeit zu haben und verdrängt sowohl seine eigenen Bedürfnisse wie auch etwaige Misserfolge.

2. Stagnation

Man beginnt zu erkennen, dass die Zielvorstellung so nicht zu erreichen ist. Daraus resultiert eine Desillusionierung. Nach kurzem Aufbäumen erfolgt in der Regel eine Stagnation. Die

Folge ist oft Dienst nach Vorschrift. Kompensatorische Interessen und auch Belange des Ar-beitsentgeltes, des beruflichen Aufstiegs oder der Arbeitszeit treten in den Vordergrund.

3. Frustration

Häufig mischen sich ein Gefühl der Machtlosigkeit bezüglich der Aufgaben, die man sich vorgenommen hat mit der Frage nach dem Wert und dem Sinn des eigenen Tun und Handelns. Berufliche und persönliche Lebensziele werden in Frage gestellt. In manchen Fällen treten auch Existenzängste auf.

4. Isolation und Rückzug

Die Gedanken kreisen nunmehr nur noch um die Aufgabenstellung, welche jedoch als Belastung empfunden wird. Der Burn-Out-Betroffene vernachlässigt seine Familie, Freunde und seine persönlichen Interessen. Er fühlt sich als „Roboter“ oder als „nur noch funktionierende Maschine“ und flüchtet sich kurzfristig in Ersatzbefriedigungen wie in den überhöhten Genuss von Kaffe, Alkohol, Nikotin, Süßigkeiten, Sex oder Drogen.

5. Apathie und Hoffnungslosigkeit

Aufgrund der existenziellen Notwendigkeit der beruflichen Tätigkeit entsteht Apathie, die einen natürlichen Abwehrmechanismus der Frustration darstellt. In vielen Fällen überwiegt jedoch das Gefühl der inneren Leere und der Hoffnungslosigkeit, da auch der „Dienst nach Vorschrift“ zu schwer fällt. Es erfolgt eine äußere oder innere Vereinsamung, die häufig von einem Gefühl des „Abgestorbenseins“ begleitet wird.

6. Depression – Burn-Out

Man fühlt sich kraftlos und unfähig, etwas an seiner Situation zu ändern. Selbst die kleinsten Handlungen fallen unendlich schwer. Man möchte nur noch fliehen oder schlafen. Durch frühmorgentliches Erwachen mit anschließendem Morgentief wird der erholsame REM-Schlaf verhindert. Es kann zu körperlicher Verwahrlosung oder zu Suizidgedanken kommen. Der Zustand der Verzweiflung und Ausweglosigkeit erreicht ein Höchstmaß.

7. Intervention (Fallspezifisch)

Es erfolgt eine Behandlung des Burn-Out-Syndroms. Bei Burn-Out-Syndrom ist in fortgeschrittenen Stadien eine psychotherapeutische Behandlung indiziert, die idealerweise von Methoden, welche die Selbstheilungskräfte stärken und den körpereigenen Energiehaushalt stabilisieren und harmonisieren begleitet wird

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