Burn-Out-Syndrom: Vorsorgemöglichkeiten (4)

Vorsorge und Behandlungsmöglichkeiten

Burn-Out kann prinzipiell jeden treffen. In der Prävention von Burn-Out ist es zunächst hilfreich, sich seine unterschiedlichen Rollen bewusst zu machen, die man im beruflichen wie im privaten Leben einnimmt, sowie auch die diesen Rollen entsprechenden Ziele und Wertevorstellungen. Bei der persönlichen Zeitplanung ist es besonders wichtig, sich selbst Zeit zum Ausruhen und Regenerieren sowie für persönliche Interessen und Hobbys zu geben.

Grundlegend wichtige Faktoren in der Burn-out-Prävention sind ausreichender und guter Schlaf, gesunde Ernährung, frische Luft und angemessene Bewegung. Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Nikotin sollten nach Möglichkeit reduziert oder ganz vermeiden werden.

Die Behandlung von Burn-Out erfolgt in der Regel individuell. Burn-Out vergeht nicht von selbst, da schließlich bestimmte Verhaltensmuster den Betroffenen in den Burn-Out geführt haben. Aus diesem Grund ist eine psychotherapeutische Behandlung – in erster Linie mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen – indiziert. Begleitend sollten auch, wie bereits erwähnt, Entspannungsverfahren bzw. Verfahren zur Stärkung der Selbstheilungskräfte und zur Stabilisierung und Harmonisierung des eigenen Energiehaushaltes erlernt werden. Hierfür bieten sich z.B. Autogenes Training und insbesondere Yoga an.

Präventivmaßnahmen in Organisationen

Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn gesundheitsrelevante und ethische Themen, Verhaltensweisen und Umgangsformen in einem Organisations- oder Unternehmens-Leitbild verankert werden. Besonders sinnvoll ist es, wenn daraus abgeleitete Präventionsmaßnahmen in Führungs- und Controlling-Instrumenten wie beispielsweise Balanced Score Card festgelegt und verfolgt werden, da hierdurch das Gesundheitsbewusstsein in der ganzen Organisation gefördert wird.

Auch in der im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung erforderlichen Arbeitsplatzgefährdungsbeurteilung können Vorgesetzte und Mitarbeiter bezüglich des Themas Burn-Out sensibilisiert werden. Demnach sollten den einzelnen Mitarbeitern bei der Gestaltung von Arbeits- und Einsatzplänen nach Möglichkeit an deren Fähigkeiten angepasste, begrenzte und realistische Aufgaben zugeteilt werden.

Zur Früherkennung ist es hilfreich, wenn in regelmäßig stattfindenden Mitabeitergesprächen die Themen Arbeitsbelastung, Arbeitsumfeld, Betriebsklima sowie persönliche Anspruchs- und Erwartungshaltungen des betreffenden Mitarbeiters behandelt werden.

In Abteilungen, Gruppen und Teams kann in regelmäßigen Abständen Raum für Reflexion oder Supervision gegeben werden. Auch Seminare und Workshops zur Burn-Out-Prävention, Teambuilding, Konfliktmanagement können hierbei unterstützen oder direkt hierzu genutzt werden. Der hierfür aufgewendete Zeiteinsatz amortisiert sich in der Regel über eine höhere Effizienz der Organisationseinheit und in manchen Fällen auch über einen niedrigeren Krankenstand.

Immer häufiger erachten Organisationen und Unternehmen es für sinnvoll, pro-aktiv Work-Life-Balance-Programme zu betreiben. Mehr und mehr Unternehmen bieten mittlerweile ihren Mitarbeitern Ausgleichs- und Entspannungsprogramme – wie z.B. Sport oder Yoga am Arbeitsplatz – vor, während und nach der Arbeitszeit in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen an.

Literaturtipp:

„Feierabend hab ich, wenn ich tot bin: Warum wir im Burnout versinken

Autor: Markus Väth, Verlag: Gabal; Auflage: 4. (11. August 2011), broschiert: 240 Seiten …. weiter lesen

„Burn-out – Wenn die Maske zerbricht: Wie man Überbelastung erkennt und neue Wege geht“

Autor: Dr. Manfred Nelting, Verlag: Mosaik (4. Oktober 2010), Gebundene Ausgabe: 416 Seiten …. weiter lesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.