Hilfe, mein Kollege ist ein Ekel – Wie man mit Ausnutzern, Narzissten, intriganten Tyrannen und Soziopathen umgeht

Das Büroleben ist kein Ponyhof, man kann sich seine Kollegen nicht aussuchen. Unter dieser Tatsache müssen jeden Tag viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leiden, weil sie Kolleginnen oder Kollegen haben, die einfach ein Ekel sind, über Leichen gehen oder hinten rum beim Chef mobben oder Intrigen spinnen.

Viele der Betroffenen werfen dann irgendwann das Handtuch und wechseln den Job. Das kann das letzte Mittel sein, wenn gar nichts mehr hilft. Wie man sonst noch mit Konflikten mit schlimmen, ekeligen Kollegen oder gar Chefs umgehen kann, stellen wir heute in Ansätzen vor.

Doch ein paar Dinge vorweg. Die Süddeutsche hatte in einem Artikel aus September 2012 verschiedene Typen von schwierigen Kollegen und Kolleginnen vorgestellt. Ich erlaube mir, diese Typisierung einfach zu zitieren, weil sie so treffend ist:

„Da sind die extremen Narzissten, die andere entwerten, Widersprüche niederbügeln, fremde Erfolge auf die eigene Kappe nehmen. Auseinandersetzungen sind programmiert, es braucht Kraft und Diplomatie, sich gegen ihre Dominanz zur Wehr zu setzen.
Da sind die intriganten Manipulierer, die stets auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und für den nächsten Karriereschritt gezielt den Chef bearbeiten.
Da sind die feindseligen Zyniker, die ihre Jobs hassen und innerlich längst resigniert haben. Mit ihnen wird die Projektarbeit zur Qual, denn sie entwerten jeden konstruktiven Vorschlag. Bisweilen leiden diese sozial wenig angepassten Kollegen an Persönlichkeitsstörungen, die es ihnen schwer machen, sensibel mit anderen Menschen umzugehen oder sich flexibel an Situationen anzupassen. Als Gegenüber ist es schwierig, sich sachlich mit ihnen auseinanderzusetzen, denn ihre Stimmungen oder Überempfindlichkeiten sind kaum nachzuvollziehen.
Und dann gibt es noch die Soziopathen, zu deren Hauptmerkmalen oberflächlicher Charme, Verantwortungslosigkeit, Unehrlichkeit und Gewissenlosigkeit gehören. Eigenschaften, die in Unternehmen bisweilen geschätzt werden.“

(Quelle: sueddeutsche.de)

Welcher dieser Typen nun der schwierigste Fall im Büro darstellt, lasse ich offen. Für alle gilt aber im täglichen Umgang: Distanz bewahren ist hier wichtig. Geben Sie den Kolleginnen und Kollegen keine unnötige Angriffsfläche wie z.B. Informationen aus dem Privatleben. Sowas werden die Narzissten und die Intriganten gegen Sie verwenden. Versuchen Sie, die Kontakte auf der für den Beruf und die Projekte notwendigste Minimum runter zu schrauben. In gemeinsamen Projekten mit Zynikern kann man vor allem durch Kompetenz punkten. Unsicherheit wird schamlos niedergemacht.

Sollte ein Konflikt mal wieder ausgebrochen sein, so empfehlen die Experten, einen sachlichen, ruhigen und knappen Gesprächsstil zu wählen. Lassen Sie die Versuche Ihres Gegenübers, zu manipulieren oder zu erniedrigen, nicht wirken. Seien Sie besonnen und lassen Sie sich nicht provozieren, denn das ist genau das, was der/die Andere möchte. Auch dem zynischen oder soziopathischen Chef kann man selbstbewusst und smart gegenüber treten.

In einem Artikel aus 2010 über „Toxische Typen im Büro“ gibt der Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Klaus Schneewind, den Tipp, sich für wiederkehrende Konfliktsituationen Antworten zu überlegen, diese aufzuschreiben und vor dem Spiegel oder mit Freunden einzuüben. Das ist sinnvoll. Und hilft alles nichts, so muss einer halt gehen. Denn die ewigen Konflikte und Machtspielchen zermürben nicht nur Ihre Seele, sondern sie schaden auch dem Unternehmen.

Eine Konfliktkostenstudie der KPMG deckte jüngst auf, dass in jedem Unternehmen 10 bis 15 Prozent der Arbeitszeit für Konfliktbewältigung verbraucht werden. Bei Führungskräften werden 30 bis 50 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit direkt oder indirekt mit Reibungsverlusten, Konflikten oder Konfliktfolgen verbracht. Die Fehlzeiten aufgrund betrieblicher Ängste und Mobbing am Arbeitsplatz belasten Unternehmen jährlich mit ca. 30 Milliarden Euro.

Falls Sie mehr zum Thema lesen möchten, empfehle ich Ihnen zwei Artikel:
1. Konflikte im Büro – wie damit umgehen?
2. Die 16 häufigsten Bürokonflikte – und wie Sie damit umgehen

Ehrlich gesagt wünsche ich niemandem diese Typen von Kollegen. Sollten Sie aber Erfahrungen dieser Art gemacht haben, freue ich mich auf Ihren Bericht (Sie dürfen Ihren Kommentar gerne auch unter einem Pseudonym abgeben).

Foto: © BlueSkyImages – Fotolia.com

2 Gedanken zu “Hilfe, mein Kollege ist ein Ekel – Wie man mit Ausnutzern, Narzissten, intriganten Tyrannen und Soziopathen umgeht

  1. Frank Bärmann
    15. Oktober 2013

    Solche Konflikte zwischen Menschen, die nicht miteinander können, aber eigentlich müssten, sind zermürbend und enden meistens darin, dass einer von beiden das Handtuch schmeißt. Leider ist es oft nicht derjenige, der ständig nörgelt, intrigiert oder andere runtermacht. Viele Chefs wollen den Verursacher nicht aus dem Verkehr ziehen, weil die Menschen oft brillant sind in ihrem Job beim Kunden. Aber letztendlich führt nur das „Beseitigen“ des Störfaktors zu einem dauerhaft angenehmen Betriebsklima für die anderen. Lieber gehen einige nicht so wichtige Mitarbeiter, also das Genie rauszuschmeißen. Hier gehört schon eine gehörige Portion Mut dazu, die richtige Entscheidung und Konsequenz zu treffen.

  2. Helen Herziger
    18. Oktober 2014

    Guten Tag! Ich hatte schon viele Jobwechsel aufgrund von sehr schwierigen Kollegen.
    Da ich schnell hinter die Fassade blicken kann, so habe ich kein Problem dass man mich mobben würde. Habe mich auch schon einmal für jemanden anderes eingesetzt und dann hörte das Spielchen auf. Erwachsene Menschen, vor allem viele Frauen aufeinander, sind furchtbar und für mich schwer zu ertragen. Mein letzter Chef war für mich ein Narzisst, trotz vieler Überstunden und Einsatzbereitschaft war es nicht genug für ihn, zum Schluss kam es zum Streit und er entwertete meine Arbeitsweise, und da wusste ich dann letztendlich dass ich es mit einem eingebildeten Spinner zu tun habe. Es gibt die Menschen, die es schlucken können und dann gibt es die anderen, mich, die lieber wieder von vorn anfangen und hoffen dass es beim nächsten Mal besser wird. Ich möchte einfach normal meine Arbeit erledigen, mich nicht endlos für etwas aufgeben und mal hier, mal da ein kurzes Schwätzchen halten in der Pausenzeit-aber viele nehmen sich einfach zu wichtig und machen es Leuten wie mir sehr schwer. Die meisten Erfahrungen habe ich in Kleinbetrieben, welche mich jetzt meist schon vor der Bewerbung abschrecken. Da ist die Gefahr dann doch größer, dass man als Neuling nicht akzeptiert wird bzw. alles von einem abverlangt wird, aber niemand gibt sondern nimmt nur noch. Schöne “beschissene“ Arbeitswelt! Gruß

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