Ex-Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth will Bund bei der Finanzierung der Weiterbildung einbinden

Das schlechte Abschneiden Deutschlands beim Pisa-Test für Erwachsene hat eine Debatte über die künftige Finanzierung der Erwachsenenbildung entfacht. Die Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes und ehemalige Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Rita Süssmuth (CDU) forderte im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“, dass sich auch der Bund an der Finanzierung der Weiterbildung beteiligen müsse.

Es sei erforderlich, dass Bund, Länder und Gemeinden die Weiterbildung, Grundbildung und Alphabetisierung gemeinsam finanzieren müssen. Dem wiedersprach die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) prompt. Sie verwies auf das Kooperationsverbot, das es dem Bund nicht erlaubt, auf Länderebene dauerhaft Bildung zu finanzieren. Mehr Geld für die Volkshochschulen, wenn es denn von Ländern oder Kommunen komme, sei aber wünschenswert. „Es wäre dann möglich, noch gezielter auf die Menschen zuzugehen, und ihnen individuelle und attraktive Angebote zu machen.“

Süssmuth hingegen plädierte für ein Umdenken. „Das Kooperationsverbot muss fallen, damit Bund, Länder und Gemeinden gemeinsam Weiterbildung finanzieren.“ Die Volkshochschulen seien inzwischen die Hauptanbieter für Grundbildung und Alphabetisierung.
Eine Schlüsselrolle der Volkshochschulen beim lebenslangen Lernen sieht auch Susanne May, die seit 18 Jahren als Programmdirektorin an der Spitze der mit 230.000 Teilnehmern größten Volkshochschule des Landes in München steht.

Was meinen Sie: Ist eine bessere finanzielle Ausstattung der Volkshochschulen die Lösung gegen schlechte Erwachsenenbildung?

Foto: By CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Ein Gedanke zu “Ex-Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth will Bund bei der Finanzierung der Weiterbildung einbinden

  1. christian
    4. November 2013

    Hallo, vielen Dank für den Bericht. Ich glaube auch, dass sich das Kooperationsverbot von Bund und Ländern inzwischen überholt hat. In Zeiten immer größerer Flexibilität, welche von den Teilnehmern erwartet wird, sollte man dieses auch bei der Förderung erwarten können.
    Viele Grüße
    Christian

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