Die wollen doch nur Spaß haben – Wie die X-er und Baby Boomer die Generation Y besser verstehen

Ich höre immer wieder den Kommentar “die wollen ständig bespaßt werden”, wenn es um das Thema ‘Generation Y und Führung’ geht. Dabei wollen junge Leute einfach nur Spaß haben bei dem, was sie tun – wie wir alle. Generation Y (geboren zwischen 1980 und 2000) unterscheidet sich in diesem Punkt nicht von Generation X (geb. 1964-1979) und den Baby Boomen (geb. 1946-1963). Allerdings ist Generation Y die erste Generation, die die Bedürfnispyramide von Maslow herunterpurzelt, denn alle Bedürfnis-Ebenen sind bedient und Selbstverwirklichung steht im Mittelpunkt der jungen Leute.


Man könnte es auch so interpretieren: Karriere machen bedeutet für die 14 bis 34 jährigen sich selbst zu verwirklichen. Die Erwartung an Führungskräfte ist, dieses zu ermöglichen. Wundern Sie sich nicht, liebe Leser, denn der Erziehungs- und Lebensmittelpunkt bis zu dem Zeitpunkt, an dem Generation Y ins Arbeitsleben eintritt, ist die Entfaltung der Persönlichkeit.

Deshalb steht Weiterbildung und Förderung der Talente an erster oder zweiter Stelle und weit vor Gehalt und Firmenwagen. Leider meinen immer noch viele Unternehmen, junge Leute mit einem hohen Einstiegs-Gehalt und anderen materiellen Dingen ködern zu können. Doch dann wundert man sich, warum die High Potentials die Unternehmen genauso schnell wieder verlassen, wie man sie eingestellt hat.

Generation X konnte man damit gewinnen und halten, doch nicht die Jugend von heute. Flexible Arbeitszeiten und Sabbaticals sind weitaus attraktiver als materielle Anreize. Manager gewinnen die Loyalität von Generation Y mit Verständnis, Wertschätzung und Förderung viel effektiver und – ob Sie es glauben oder nicht – auch langfristig. Denn loyal ist Generation Y – zu ihren eigenen Fähigkeiten. Holen Führungskräfte die jungen Berufstätigen bei ihren Stärken ab, dann haben sie auch die Loyalität ihrer Mitarbeiter gewonnen.

Kommunikation auf Augenhöhe und schnelle Entscheidungswege sind wichtig. Dies ist übrigens gemeint mit flachen Hierarchien. Denn einen Boss, der sagt, wo es lang geht, wünschen sich die jungen Leute schon. Dies wird aktiv eingefordert. Wenn Wertschätzung, Kommunikation auf Augenhöhe und Förderung der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung fehlen, dann geht Generation Y.

Generation X hat es stillschweigend toleriert, wenn der Vorgesetzte keine gute Führungskraft war und ist. Wir haben uns auch so durchgeboxt. Nun sind Vorgesetzte und Teamleiter aktiv gefordert, gute Führungskräfte zu sein.

Wir sollten Generation Y tatsächlich dankbar sein, dass sie leise einfordert, was wir alle uns von unseren Chefs schon immer gewünscht haben. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass die Unternehmen, die wirklich gute Führungskräfte haben, die Talente und High Potentials langfristig für sich gewinnen können und somit einen Wettbewerbs-Vorteil genießen werden. Wer die jungen Leute in Entscheidungswege mit einbindet, seinen Teammitgliedern jeweils ausreichen Autonomie gewährt und die Kompetenzen fördert, wird tolle Leistung von seinem Team ernten.

Dabei möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben, dass Leistung einer der Werte von Generation Y ist, aber mit Qualität nicht verwechselt werden sollte. Damit tun sich einige meiner Seminar-Teilnehmer am Anfang schwer, doch wenn der Groschen gefallen ist, wird klar, warum die Erwartungen von X-ern und Baby Boomen an Generation Y nicht erfüllt werden. Dabei ist es doch gerade dass, was Generation Y möchte: die Erwartungen von den Vorgesetzten erfüllen. Kommunizieren Sie, was sie von Ihren Mitarbeitern erwarten und setzen Sie nicht zu viel voraus. Für Generation Y, die partnerschaftlich erzogen sind, in der Globalisierung aufgewachsen ist gepaart mit einer rasanten technologischen Evolution, sind andere Dinge selbstverständlich als für Generation X und die Baby Boomer.

Ein Beispiel ist, dass wir Älteren E-Mails einfach als elektronischen Briefersatz adoptiert haben. Das war ursprünglich gar nicht die Idee als E-Mail erfunden wurde. Nun überlegen Sie mal, liebe Leser, wann Generation Y gelernt hat, Briefe zu schreiben und wie oft sie dieses gemacht hat – genau, in der Schule, als Bewerbungsschreiben auf dem Unterrichtsplan stand. Und dann schreiben eh die meisten Eltern die Bewerbung für die Kinder. Wie soll also ein junger Mensch wissen, wie er oder sie eine E-Mail in dem Stil Ihres Unternehmens schreiben sollte. Oder fragen Sie sich mal, wie oft Y-er noch telefonieren. Die Jugend von heute hat doch viel mehr Übung im “chatten”.

Ich möchte Ihnen mit diesem Beitrag gerne mitgeben, Ihre jungen Kollegen mal aus einer anderen Sicht zu betrachten, dann werden Sie nicht nur mehr Verständnis entwickeln und damit den Respekt von Generation Y ernten, sondern auch viel mehr Spaß mit den Kollegen haben und dabei hervorragende Ergebnisse erzielen.

Karina Albers ist die führende Generation Y Expertin und Keynote-Speaker in Europa, die in ihren Vorträgen und Seminaren Führungskräfte und Personaler mitreißt und bewegt. Sie ist ein großer Fan von den Fähigkeiten und der Begeisterung von Generation Y. Durch Sensibilisierung für die generationalen Unterschiede schafft sie es auf spielerische Art, Teams zusammen zu führen, Kooperation zu fördern, Unternehmenskulturen zu erwecken und Führungskräfte tatkräftig zu unterstützen sowie Generation Y auf Unternehmen vorzubereiten. Mehr Infos über Karina Albers und Ihre Tätigkeit finden Sie unter http://www.algeny.de/

TIPP: Laden Sie sich gratis die Generations-Karten herunter und erfahren Sie viel mehr über Generation Y, Generation X, die BABY BOOMER und die Veteranen.

Foto: © Thomas Pajot – Fotolia.com

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