10 Gründe, warum Unternehmen über ein Blog nachdenken sollten

Wir singen „Happy Birthday“, denn unser Blog hatte vergangene Woche Geburtstag. Am 3. März 2012 wurde der erste Beitrag der Weiterbildungsblogger veröffentlicht. Das ist für uns ein Grund, ein wenig zu feiern, ein wenig stolz zu sein und über das Thema Corporate Blogs einen Newsletter zu verfassen.

Die Idee der Weiterbildungsblogger war und ist, einen Ratgeber und Infodienst zu allen Themen rund um Weiterbildung (daher der Name), MS Office, IT, Internet und zuletzt auch Mobile Business einerseits und zu Themen wie Organisation, Management, Gesundheitsmanagement, Führung und QM zu etablieren.

Wir wussten, dass dieses Themenspektrum sehr weit ist und haben deshalb ein ganzes Team von Autoren eingebunden. In den letzten zwei Jahren konnten Sie über 200 Beiträge zu vielen der oben genannten Themen lesen. Natürlich braucht es seine Zeit bis sich ein Blog wie unseres bei den Lesern etabliert, aber die Zahl unserer Stammleser wächst stetig und wir bekommen immer häufiger auch Feedback.

Das bringt mich zum eigentlichen Thema dieses Blogbeitrags. Sind Blogs im Allgemeinen und Unternehmensblogs (Corporate Blogs) im Besonderen überhaupt sinnvoll? Bringen diese Internet-Tagebücher einen Nutzen für ein Unternehmen oder ist das alles verlorene Liebesmühe?

Der Zweck eines Blogs

Beleuchten wir dazu ein wenig den Zweck eines Blogs. Im Grunde ist ein Blog nur eines von vielen Medien, um seine eigene Meinung, seine eigenen Gedanken oder sein Wissen zu verbreiten. Viele sehen ein Blog als Mittel für Selbstdarsteller, ihren Senf in die Welt zu pusten. Andere sehen Blogs – zumindest die meisten – heute als zu den Onlinemedien gleichwertige Publikationsmedien im Internet. Sicher treffen beide Sichtweisen irgendwie ins Schwarze.

Die Skala der Nutzwertigkeit eines Blogs reicht von Müll bis Meinungsführer/-macher. Es gibt Blogs, die es sich sicher nicht zu lesen lohnt und es gibt Blogs, deren Meinung Trends setzen und von Unternehmen gefürchtet sind.

Warum bloggen Unternehmen?

Aber warum bloggen Unternehmen? Natürlich lautet die Antwort, weil sie hoffen, damit neue Kunden zu gewinnen oder neue Mitarbeiter zu finden. Wenn Sie nun denken „Also starte ich ein Blog und die Kunden kommen von selbst“, dann irren Sie sich. Aber das denken Sie sicher nicht, denn Sie wissen, dass die Funktionsweise von Blogs und von Marketing im Zeitalter des Web 2.0 anders geht.

Corporate Blogs sind ein Medium, um anders als auf der Corporate Webseite mit der Zielgruppe zu kommunizieren. Merkwürdigerweise unterliegen Unternehmenswebseiten immer noch dem Zwang, in höchst förmlicher Sprache, möglichst allgemein und meistens völlig unpersönlich die eigenen Informationen anzubieten: Was wir können, wer wir sind und warum Sie bei uns kaufen sollten. Doch das wollen Konsumenten heute gar nicht mehr primär wissen, wenn Sie im Internet recherchieren.

Konsumenten wollen Nutzen, keine Werbeversprechen

Konsumenten wollen heute wissen, welchen Nutzen ein Produkt oder eine Dienstleistungen ihnen ganz persönlich bietet. Kann dieses Unternehmen mit seinen Produkten und Lösungen mir bei meinem Problem helfen? Finde ich auf der Internetseite einen Tipp oder Trick, wie ich dieses oder jenes tun kann? Gibt es einen direkten Ansprechpartner, den ich auf kurzem Weg erreichen kann, ohne ein E-Mail an info@ oder support@ senden zu müssen. Haben die Mitarbeiter dieses Unternehmens die richtige Kompetenz und das Know-how, um mir bei meinem Problem zu helfen? Diese Fragen und weitere beschäftigen die Verbraucher heute bei ihrer Reise durch das Web. Oder sie suchen nach konkreten Angeboten. Das kann weder eine Webseite noch ein Blog leisten, sondern nur ein Webshop.

Als Jobsuchender ist das nicht anders. Sie wollen keine Floskeln wie „Wir leben Flexibilität und Teamgeist“ lesen, Sie wollen keine Phrasen über offene Unternehmenskultur oder gute Karrierechancen lesen. Was Sie lesen wollen, sind Hintergründe, authentische Berichte von Mitarbeitern, die vielleicht mal Ihre Kollegen werden könnten, und Stories aus dem Unternehmen.

10 Gründe, warum Unternehmen über ein Blog nachdenken sollten

Das ALLES und noch viel mehr können Sie mit einem Blog ideal umsetzen. Warum:

  1. Blogs sind bekannt dafür, dass die Sprache lockerer ist, deshalb dürfen die Autoren frei und ohne strikte Formalia schreiben (bestimmte Regeln sind dennoch zu beachten, z.B. das DU oder SIE in der Ansprache)
  2. Blogs sind multimedial. Man kann Texte, Bilder, Video, Podcasts und Präsentationen einbinden. So haben Sie eine riesen Auswahl an Medien und Formaten, um den Nutzen für den Leser darzustellen, die Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen oder einfach nur zu informieren.
  3. Blogs haben (fast) immer einen festen Autor oder wie bei uns, ein Autorenteam. Oft werden die Autoren sogar mit Foto gezeigt. Man kann Sie via E-Mail, meistens via Social Media Netzwerken und direkt per Kommentar ansprechen.
  4. Blogs eröffnen den Dialog. Dialog statt Monolog. Diskutieren Sie mit Ihren Lesern, erfragen Sie Feedback. Eine Eigenschaft, die eine Webseite nie bieten kann.
  5. Blogs sind in der Regel aktuell. Unternehmenswebseiten werden oft über Monate hinweg nicht aktualisiert, Rubriken wie „Aktuelles“ werden absichtlich entfernt. Damit geben Blogs ein aktuelles Bild vom Unternehmen.
  6. Blogs sind der ideale Content-Hub für andere Social Media Kanäle. Ein Blogbeitrag kann Ihre Auftritte bei Twitter, Facebook , XING, Google+, Pinterest, Youtube usw. füttern. Damit bauen Sie eine enorme Reichweite auf.
  7. Gute Blogs prägen die Reputation der Marke, der Unternehmens oder des Autors nachhaltig. Wer fachlich gut bloggt, hat einfach Ahnung. Das ist zwar nicht immer so, aber meistens. Denn wer keine Ahnung hat von dem, über das er bloggt, wird schnell entlarvt.
  8. Blogs beeinflussen das Suchmaschinenranking in einem Maße, wie es eine Webseite ohne riesen SEO-Aufwand nicht schaffen würde. Das liegt an dem hohen Vernetzungsgrad.
  9. Blogs gibt es für die verschiedensten Zwecke: Eventblogs, Projektblogs, Serviceblogs, Karriereblogs, allgemeine Unternehmensblogs, CEO-Blogs, Themenblogs, um nur einige zu nennen. Sicher ist für jedes Unternehmen das passende dabei.
  10. Blogs werden auch immer häufiger von Journalisten bei Ihrer Recherchearbeit besucht. Das bestätigen Studien.

Sicher fallen mir noch einige Punkte ein, warum Sie über ein Corporate Blog zumindest nachdenken sollten – sofern nicht bereits getan.

Blog = viel Arbeit

Natürlich, und das möchte ich gar nicht verniedlichen, bedeutet ein Corporate Blog viel Arbeit. Idealerweise sollte man drei Mal pro Woche publizieren, sagt die Corporate Blog Studie 2014 der Karrierebibel. Wir selbst schaffen das nie. Ein Artikel kann von der Idee bis zur Publikation mehrere Stunden in Anspruch nehmen, manchmal reichen auch fünf Minuten. Es muss ein Themenplan erstellt und gepflegt werden. Und das Blog muss im Web bekannt gemacht werden, sich einen Namen machen.

Und: Es dauert Monate, bis sich die ersten Leser zu Wort melden.

Mein Wunsch wäre an Sie, liebe Leser: Schreiben Sie uns doch mal Ihr Erfahrungen als Kommentar, die Sie mit Blogs als Leser und/oder Herausgeber gemacht haben.
Kennen Sie weitere Vorzüge oder Nachteile von Corporate Blogs?

Und weil unser Blog Geburtstag hatte, verlosen wir heute ein paar interessante Bücher.
1. Corporate Blogs von Klaus Eck – Das Standardwerk in diesem Themenbereich
2. Erfolgsratgeber Neukundengewinnung – Die besten Konzepte, Techniken und Maßnahmen für mehr Umsatz und Gewinn
3. Mit Evernote Selbstorganisation und Informationsmanagement optimieren von Herbert Hertramph

Bitte geben Sie bei Ihren Kommentaren unbedingt im vorgesehenen Feld Ihre E-Mail Adresse an, damit wir Sie benachrichtigen können, wenn Sie gewonnen haben.

Und hier noch ein Linktipp: Klaus Eck – Corporate Blogs als Kommunikationszentrale 

Bild: 123rf.com

4 Gedanken zu “10 Gründe, warum Unternehmen über ein Blog nachdenken sollten

  1. Matthias Boeck
    11. März 2014

    Wie findet man eigentlich Bloggs? Suchmaschine liefert alles mögliche; wahrscheinlich irgendwo dazwischen auch Bloggs.
    Was wenn ich aber geziehlt wissen will, was sich diesbezüglich in der Branche tut?
    Persönlich stehe ich diesem Medium sehr aufgeschlossen gegenüber, auch wenn
    es in der Investitionsgüterindustrie, in der als Kunden ausschließlich Firmen agieren, noch keine so große Rolle spielt.

    Gruß

    Matthias

  2. Frank Bärmann
    12. März 2014

    Hallo Matthias,

    Es gibt mehrere Wege:
    1. bei Google gibt es eine eigene Blogsuche unter http://www.google.de/blogsearch?hl=de. Dort sucht man gezielt in und nach Blogs. Leider ist die sehr versteckt.
    2. Blogs werden von Google sehr stark nach oben gespült, weil sie sehr aktuell und lebendig sind im Content (und gut vernetzt). Dadurch werden Blogbeiträge immer sehr schnell weit vorne angezeigt.
    3. Sie können auch eine spezielle Such-Syntax bei Google nutzen, um nach Blogs z.B. im Maschinenbau zu suchen. Geben Sie mal bei Google im Suchfeld intitle:blog intext:Maschinenbau ein.
    Der Befehl intitle: durchsucht nur die Titel der Webseiten. Da sehr viele Blogs das Wort „Blog“ im Titel haben, ist die Trefferquote sehr hoch. Der Befehl
    intext: durchsucht nur den Seiteninhalt nach dem angegebenen Begriff. So werden Ihnen viele Blogs aus dem Bereich Maschinenbau angezeigt.
    4. Es gibt anderen spezielle Blogsuchmaschinen wie http://www.icerocket.com/ oder http://socialmention.com/ Hier können Sie nach Themen suchen und erhalten Blogs, die dieses Thema bedienen, als Ergebnis.

    Übrigens; Gerade in der Investitionsgüterindustrie können Sie mit einem Blog voll trumpfen. Denn ein Blog ist anders als Facebook etc. eher konservativ und wird auch von Entscheidern gelesen. Sie können als Unternehmen der Investitionsgüterindustrie locker und flockig eine Reputation und einen Expertenstatus aufbauen. Beispiele gibt es genug. z.B. http://blog.kuka-systems.com/

    Wenn Sie weitere Fragen haben, dürfen Sie sich gerne bei mir melden.

    Grüße
    Frank Bärmann

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