Ist Bildung ein Konsumartikel geworden?

Dass unser deutsches Bildungswesen in der Diskussion steht und es nach wie vor so scheint, als ob man zwanghaft an einem Kranken herumdoktert anstatt ihm mal richtig zu kurieren, ist wohl gemeinhin bekannt. Jetzt hat sich der Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. in seinem Pflichtbewusstsein als Verband in diese Diskussion eingeschaltet und seinen Senf zum deutschen Bildungswesen abgegeben. In einer von Beiträgen durften namhafte Autoren ihre Sicht zu dem Thema aufschreiben.
Gestartet wurde mit einem Beitrag von Thomas Rietzschel. Er schreibt über „Die Moral in der bildungsverarmten Gesellschaft„.

Wir sparen uns, diese eher schwer lesbare Abhandlung komplett zusammenzufassen, sondern wollen nur auf den Aspekt des Wandels von der »Erziehung des Menschengeschlechts« in den Prozess einer pädagogischen Produktion von menschlichen Automaten hinweisen. Es fehle die klassische Bildung und die Vermittlung von überlieferten geistigen, ideellen, gar moralischen Werten.

Der Autor spricht von einem bildungspolitisch verursachten Kulturverfall und einem überproportional wachsenden Zugewinn an intellektuellem Selbstbewusstsein.
Zitat „Da diese an sich positive Errungenschaft einer reform-pädagogisch intendierten Erziehung aber zunehmend dazu dient, mangelnde Bildung durch Einbildung zu ersetzen, befördert sie schon seit längerem einen kontinuierlichen Rückgang der Lernbereitschaft. Wer schon ohnehin eine Persönlichkeit ist, muss sich nicht mehr zu einer solchen entwickeln.“

Dies führe dazu, dass sich Schüler und Azubis in der Rolle des Opfers sehen, dem man das Wissen nicht ausreichend gut portioniert vorgesetzt habe. Die Schuld für schlechte Noten liege nicht bei ihnen, sondern bei den Lehrern. Nicht selten werden gute Noten heute eingeklagt. Bildung, so der Autor, wird immer mehr „ein verfügbares Gut angesehen, als etwas, das einem zusteht, als eine Ware, als ein Konsumartikel, dessen Design mit den Moden wechselt“. Hier hat er Recht.

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