Studie: Wie lernen Ältere am besten?

Fotolia_34724629_XSDas Lernen der Älteren gewinnt in unserer digitalen Arbeitswelt und in Zeiten des Fachkräftemangels zunehmend an Bedeutung. Wie Verwaltungsmitarbeitende ab 50 Jahren erfolgreich lernen, hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im Auftrag der BBBank Stiftung und in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Stuttgart untersucht. Dazu hat das Fraunhofer IAO über 1000 Verwaltungsmitarbeitende der Landeshauptstadt Stuttgart und der städtischen Betriebe im Alter von mindestens 50 Jahren zu ihren Lernerfahrungen befragt.

Die Ergebnisse lassen sich in zwei Kernaussagen zusammenfassen:

Ältere Lernende bevorzugen unterschiedliche Lernsettings
Die Studie beschreibt sechs Lernsettings, mit welchen die sehr heterogene Gruppe von älteren Verwaltungsmitarbeitenden bevorzugt lernt.

  1. Das »dozentenzentrierte Lernen« entspricht dem klassischen Lernen im Seminarraum mit einem Dozenten, der die Inhalte vermittelt und das gesamte Lernen plant und steuert.
  2. Im »erweiterten dozentenzentrierten Lernen« wird dieses Lernen um ein Selbstlernen Zuhause ergänzt.
  3. »Vielfältig« erfolgt das Lernen im dritten Lernsetting insofern, als nahezu an jedem Lernort und zu jeder denkbaren Zeit unter Nutzung einer Vielzahl an Lernquellen (Dozentenvorträge, Kollegenbeiträge, Diskussionen, Unterlagen etc.) gelernt wird.
  4. Im »austauschorientierten« Lernsetting wird viel in der Diskussion mit anderen Teilnehmenden oder im Austausch mit den Trainern gelernt.
  5. Das »praxiserprobende Lernen« findet viel in Lerninseln, Werkstätten, Laboren o.ä. statt und gibt somit Raum, neue Techniken auszuprobieren.
  6. Im »selbstorganisierten« Lernsetting bestimmen die Lernenden selbst über Lernziele, -inhalte, -zeiten, -tempo und -methoden.

Trotz der Heterogenität der Zielgruppe lassen sich drei konkrete Kriterien für ein erfolgreiches Lernen formulieren

  1. Die Selbstwirksamkeit der Lernenden wird gefördert, indem sie sich jederzeit willkommen fühlen, sie jederzeit wissen was wozu und wie zu lernen ist, die Inhalte in überschaubare Einzelthemen aufgeteilt sind und der Gesamtzusammenhang jederzeit erkennbar wird und die Lernenden jederzeit ihren Lernfortschritt kennen.
  2. Das Lernen erfolgt stark selbstorganisiert, d.h. die Lernenden bestimmen selbst über ihre Lernziele, -inhalte, -zeiten, das Lerntempo und die Lernmethoden.
  3. Es erfolgt in stärkerem Maße ein Lernen im Austausch mit anderen Teilnehmenden und mit Trainern, auch selbst zusammengestellte Unterlagen werden häufiger als Lernquelle genutzt.

Die vollständige Studie steht auf der Webseite der BBBank Stiftung kostenlos zum Download zur Verfügung.

Foto: © detailblick – Fotolia.com

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