Studie zur Weiterbildung: kaum Erfolgsmessung, Budgets stabil, Marketing/Verkauf vor Technik/Produktion sowie Persönlichkeitsentwicklung

Regelmäßige Weiterbildungen zur Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit gehören in jedem Unternehmen zum Pflichtprogramm. Die aktuelle Studie der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) zeigt wie Fortbildungen in Unternehmen gehandhabt werden und welche entscheidenden Entwickelungen in 2015 zu beobachten sind.

Obwohl die Effektivität von Weiterbildungen wohl unangefochten in allen Unternehmen anerkannt wird, verrät die Studie, dass 30% der Unternehmen keine tatsächlichen Messungen über die Auswirkungen der Fortbildungen ihrer Mitarbeiter durchführen. Dieses Ergebnis wird durch die Sprecherin der Studie, Alice Fleischer, kritisiert, da die Unternehmen dadurch eine Möglichkeit zur Effizienzsteigerung ungenutzt lassen.

Des Weiteren gibt die Studie Auskunft über die Finanzierung der Weiterbildungen: Bei 80% der befragten Unternehmen bleibt das Weiterbildungsbudget in 2015 gleich, bei rund 15% der Befragten wird es sogar erhöht. Interessant dabei ist in welche Art von Weiterbildung investiert wird. Zu unterscheiden ist zwischen langfristigen Weiterbildungen und kurzfristigen Schulungen. Die erste Art von Weiterbildung wird dabei überwiegend für Führungskräfte, Experten und Lehrlingen verwendet, während die zweite Art bevorzugt bei Sacharbeitern, Facharbeitern und Projektverantwortlichen genutzt wird. Die Studie zeigt, dass nur ein Fünftel der befragten Unternehmen die kurzfristigen Weiterbildungsmaßnahmen mit ihrem bereitgestellten Budget fördern; bei dem Großteil der Befragten kommt das Budget längerfristigen Weiterbildungen zu Nutze.

Veränderungen im Vergleich zu 2014 lassen sich laut der Studie auch bei den verschiedenen Weiterbildungsbereichen feststellen. An erster Stelle steht nach wie vor Verkaufstraining und Marketing, gefolgt von Technik und Produktion an zweiter Stelle. Der dritte Platz, Persönlichkeitsentwicklung, hat 2015 einen erheblichen Rückgang erlitten. Grund für diese Entwicklung liegt im zunehmenden Konkurrenzkampf der Unternehmen, den diese mit der gezielten Förderung von Marketing und Verkauf zu bekämpfen versuchen – zu Lasten der Entwicklung des individuellen Mitarbeiters.

Auffallend ist, dass sich ebenfalls eine Zunahme bei anderen Bereichen wie Recht, Informatik und Rechnungswesen beobachten lässt. Diese Entwicklung lässt sich mit der steigenden Bedeutung von Datenanalyse in den Unternehmen begründen, die vertieftes Wissen in diesen Bereichen fordert.

Gefunden bei derstandard.at

 

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