DUW-Studie: berufliche Weiterbildung und Zufriedenheit im Job sind eng miteinander verknüpft

stressed woman in front of a deskArbeitgeber wünschen sich loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Aufgaben motiviert bewältigen. Doch nicht immer unterstützen sie ihre Angestellten dabei, sich weiterzuentwickeln: Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage unter 1.000 Erwerbstätigen im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) erhält nur 51 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland die Chance, regelmäßig außerbetriebliche Weiterbildung wahrzunehmen. Immerhin: 65 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten Gelegenheiten, um Erfahrungen und Wissen mit Kollegen auszutauschen, 61 Prozent können regelmäßig an interner Weiterbildung teilnehmen.

Ohne Weiterbildung keine Karriere, ohne Karriere keine Zufriedenheit, ohne Zufriedenheit keine Loyalität. So einfach ist meistens die Kausalkette.

Die DUW-Studie zeigt, dass diese Nachlässigkeit gravierende Folgen hat: Fast jeder dritte Erwerbstätige (31 Prozent) fühlt sich von seinem Vorgesetzten nicht unterstützt, wenn es um die Karriere geht. „Laut Forsa-Befragung gibt es einen Zusammenhang zwischen Angeboten zur beruflichen Weiterentwicklung und Zufriedenheit im Job: Wer in Sachen Karriereplanung nicht ausreichend gefördert wird, ist unzufriedener als diejenigen, die Unterstützung erhalten“, sagt Julian Bomert, Kanzler der DUW.

Junge Berufstätige setzen auf akademische Weiterbildung

Vor allem die jungen Erwerbstätigen sind zielorientiert, wenn es um ihre Karriere geht: Von den 18- bis 35-Jährigen würden 42 Prozent bei einem Jobwechsel den Arbeitgeber vorziehen, der ihnen eine akademische Weiterbildung ermöglicht. Während Jüngere viel Wert auf akademische Abschlüsse wie einen Master oder ein Hochschulzertifikat legen, ist für Ältere das Weiterbildungsangebot nur selten ausschlaggebend. „Innovative Arbeitgeber gehen auch auf die Bedürfnisse jüngerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Sie unterstützen sie auf ihrem Karriereweg, reagieren mit veränderten Arbeitsbedingungen und einer modernen Unternehmenskultur. Wer hier Chancen vergibt, verliert im ‚War for Talents‘“, sagt Matthias Zeuch, Leiter der internationalen Beratungsgesellschaft HRMnext.

Schlüssel zum Erfolg: Theorie mit Praxisbezug 

Ob jung oder alt – wenn es um die Inhalte von Weiterbildungsangeboten geht, setzen Angestellte die gleichen Prioritäten: 65 Prozent plädieren dafür, dass eine akademische Weiterbildung vor allem konkretes Fachwissen für die berufliche Praxis vermitteln soll. Nur etwa jeder Zehnte erwartet theoretische Hintergründe. Gut jeder fünfte Erwerbstätige antwortet spontan: Beide Aspekte sind wichtig. Weiterbildungsangebote, die Praxis und Theorie verzahnen, seien vor allem für die Karriere förderlich, sagt auch Florian Schramm, Professor für Personalwirtschaft an der Universität Hamburg.„Projektkarrieren, also zeitlich befristete Aufgaben zu unterschiedlichen Bereichen und Themen innerhalb eines Unternehmens, nehmen stark zu. Sie ersetzen immer mehr die klassische Karriereleiter. Sinnvoll ist es daher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei zu unterstützen, sich gezielt weiterzuentwickeln. Mithilfe von Weiterbildungsangeboten erhalten sie die Chance, sich aktuelles Wissen anzueignen, das sie für neue Themen im Berufsalltag benötigen.“

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