Die Weiterbildungsverlierer: Weiterbildung ist nur etwas für Intelligente

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Die soziale Schere zwischen reich und arm geht in Deutschland immer weiter auseinander. Die schlecht Ausgebildeten bekommen die schlechteren Jobs, die schlechter bezahlt werden. Doch wieso schaffen wir es nicht, dies zu ändern?

Es fängt bereits in der Schule an: Schon da investieren Eltern von guten Schülern viel mehr Zeit und Geld in deren Bildung, als es die Eltern der eher unterdurchschnittlichen Schüler tun. Diese machen in der Folge einen nicht so guten Schulabschluss und enden häufig ohne Ausbildung in weniger gut bezahlten Jobs.

Weiter geht es dann im Beruf: Weiterbildungsmaßnahmen werden zu einem hohen Prozentsatz (22,7 Prozent) von Personen mit Ausbildungs- und Hochschulabschluss gemacht, bei Geringqualifizierten liegt der Wert bei 6,7 Prozent. Weiterhin ist im Süden Deutschlands ist die Weiterbildungsquote deutlich höher, als im Westen. Dies ergab der Weiterbildungsatlas der Bertelsmann-Stiftung, die von 2007 bis 2012 die Volkshochschulen, die private Wirtschaft und betriebliche Angebote betrachtete.

Leider gibt diese Studie keinen Aufschluss, von wem die Motivation der Weiterbildung ausgeht: Sind es ‚verordnete Weiterbildungsmaßnahmen‘ seitens der Arbeitgeber oder freiwillig motivierte von Seiten der Arbeitnehmer? Dabei könnte diese Erkenntnis einen wichtigen Wendepunkt bedeuten: Denn weiß man, wie man die Geringqualifizierten ansprechen muss, dann könnte man beginnen, die aktuell klaffende Lücke zwischen arm und reich langsam zu schließen.

Sicher ist aber: die Bundesregierung hat sich – frei nach dem Motto „Man wird so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu“ – der Förderung des lebenslangen Lernens verschrieben. Heutzutage reicht es nicht mehr aus, nur einen Beruf in den frühen 20ern gelernt zu haben. Man muss sich stetig weiterbilden, um nicht irgendwann abgehängt zu werden. Leider scheint es so, dass von der Politik bisher nur die Hochqualifizierten angesprochen werden. Dies gilt es, möglichst schnell zu verändern. Denn wollen wir wirklich riskieren, dass die Armut in Deutschland aufgrund mangelnder Weiterbildung steigt? Ist Weiterbildung wirklich nur etwas für Intelligente?

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article146452088/Weiterbildung-ist-Sache-der-Hochqualifizierten.html

Foto: geralt / pixabay / CC0 Public Domain

Ein Gedanke zu “Die Weiterbildungsverlierer: Weiterbildung ist nur etwas für Intelligente

  1. Willi Dukart
    20. Januar 2016

    Ja, man muss sich stetig weiterbilden. Und, man muss sich stetig weiterbilden lassen. Und, man muss sich stetig weiterbilden lassen können.

    Weiterbildung ist ein Lehr-Lern-Prozess. Es ist zu komplex gleichzeitig Lehrer und Lehrling zu sein und im Selbststudium sich lebenslang weiterzubilden. Irgendwann braucht man Unterstützung und Finanzierung.

    Ich finde es auch wichtig über die Motivation des Teilnehmers nachzudenken. Leider die Motivation tendiert zu schwanken. Author fragt sich „Ist Weiterbildung wirklich nur etwas für Intelligente?“ Ich würde so antworten: „Eine Weiterbildung ist wirklich nur etwas für Motivierte.“

    Willi Dukart

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