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DUW-Studie: berufliche Weiterbildung und Zufriedenheit im Job sind eng miteinander verknüpft

stressed woman in front of a deskArbeitgeber wünschen sich loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Aufgaben motiviert bewältigen. Doch nicht immer unterstützen sie ihre Angestellten dabei, sich weiterzuentwickeln: Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage unter 1.000 Erwerbstätigen im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) erhält nur 51 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland die Chance, regelmäßig außerbetriebliche Weiterbildung wahrzunehmen. Immerhin: 65 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten Gelegenheiten, um Erfahrungen und Wissen mit Kollegen auszutauschen, 61 Prozent können regelmäßig an interner Weiterbildung teilnehmen.

Ohne Weiterbildung keine Karriere, ohne Karriere keine Zufriedenheit, ohne Zufriedenheit keine Loyalität. So einfach ist meistens die Kausalkette.

Die DUW-Studie zeigt, dass diese Nachlässigkeit gravierende Folgen hat: Fast jeder dritte Erwerbstätige (31 Prozent) fühlt sich von seinem Vorgesetzten nicht unterstützt, wenn es um die Karriere geht. „Laut Forsa-Befragung gibt es einen Zusammenhang zwischen Angeboten zur beruflichen Weiterentwicklung und Zufriedenheit im Job: Wer in Sachen Karriereplanung nicht ausreichend gefördert wird, ist unzufriedener als diejenigen, die Unterstützung erhalten“, sagt Julian Bomert, Kanzler der DUW.

Junge Berufstätige setzen auf akademische Weiterbildung

Vor allem die jungen Erwerbstätigen sind zielorientiert, wenn es um ihre Karriere geht: Von den 18- bis 35-Jährigen würden 42 Prozent bei einem Jobwechsel den Arbeitgeber vorziehen, der ihnen eine akademische Weiterbildung ermöglicht. Während Jüngere viel Wert auf akademische Abschlüsse wie einen Master oder ein Hochschulzertifikat legen, ist für Ältere das Weiterbildungsangebot nur selten ausschlaggebend. „Innovative Arbeitgeber gehen auch auf die Bedürfnisse jüngerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Sie unterstützen sie auf ihrem Karriereweg, reagieren mit veränderten Arbeitsbedingungen und einer modernen Unternehmenskultur. Wer hier Chancen vergibt, verliert im ‚War for Talents‘“, sagt Matthias Zeuch, Leiter der internationalen Beratungsgesellschaft HRMnext.

Schlüssel zum Erfolg: Theorie mit Praxisbezug 

Ob jung oder alt – wenn es um die Inhalte von Weiterbildungsangeboten geht, setzen Angestellte die gleichen Prioritäten: 65 Prozent plädieren dafür, dass eine akademische Weiterbildung vor allem konkretes Fachwissen für die berufliche Praxis vermitteln soll. Nur etwa jeder Zehnte erwartet theoretische Hintergründe. Gut jeder fünfte Erwerbstätige antwortet spontan: Beide Aspekte sind wichtig. Weiterbildungsangebote, die Praxis und Theorie verzahnen, seien vor allem für die Karriere förderlich, sagt auch Florian Schramm, Professor für Personalwirtschaft an der Universität Hamburg.„Projektkarrieren, also zeitlich befristete Aufgaben zu unterschiedlichen Bereichen und Themen innerhalb eines Unternehmens, nehmen stark zu. Sie ersetzen immer mehr die klassische Karriereleiter. Sinnvoll ist es daher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei zu unterstützen, sich gezielt weiterzuentwickeln. Mithilfe von Weiterbildungsangeboten erhalten sie die Chance, sich aktuelles Wissen anzueignen, das sie für neue Themen im Berufsalltag benötigen.“

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Forsa-Umfrage zeigt Vorteile einer Weiterbildung

Welche konkreten Vorteile erlangt man durch die Teilnahme an Weiterbildungen? Mit diesem Thema beschäftigt sich die aktuelle forsa-Umfrage des ILS Instituts für Lernsysteme in ihrer bereits zum zehnten Mal ausgeführten Studie mit 20- bis 40-jährigen zum Thema nebenberufliche Weiterbildung. Dabei präsentiert sie überzeugende Gründe weshalb die Teilnahme an einer Fortbildung am besten gleich morgen begonnen werden sollte.

Neben dem offensichtlichen Vorteil, dass man durch Verbesserung seines fachlichen Know-hows eine in jeder Hinsicht effizientere Berufsausübung bewerkstelligen kann, bieten Weiterbildungen auch konkretere berufliche Vorteile: So erhielten 45% der Befragten eine Beförderung oder Verbesserung ihrer Position und jeder Dritte durfte sich einer Gehaltserhöhung erfreuen. Ein ebenso wichtiger wenn auch immaterieller Aspekt sind die Vorteile in der persönlichen Bildung und Entwicklung: So gaben nicht nur 8 von 10 Befragten an sich in ihrer Jobausübung nun sicherer und kompetenter zu fühlen, auch waren 60% von ihnen zufriedener und selbstbewusster. Da verwundert es nicht, dass auch über die Hälfte der Teilnehmer nach ihrer Weiterbildung eine höhere Anerkennung in ihrem Beruf, sowohl durch Arbeitgeber als auch durch Mitarbeiter, positiv erfahren hat.

Die Vorteile einer Fortbildung beschränken sich allerdings nicht auf die aktuelle persönliche und berufliche Situation, auch im Hinblick auf die zukünftige Karriere ist eine weiterbildende Tätigkeit empfehlenswert. Denn wie es bekanntlich heißt: Die Konkurrenz schläft nicht!
So haben im Durchschnitt bereits über die Hälfte der Befragten Erfahrungen mit einer oder mehreren Weiterbildungen gemacht und die Anzahl steigt mit zunehmenden Alter. Aus diesem Grund sind Weiterbildungen in vielen Bereichen der Berufswelt unabdingbar um die Konkurrenzfähigkeit aufrecht zu erhalten. Das haben sich auch viele der Befragten gedacht: Knapp ein Drittel hat sich für 2015 bereits für die Teilnahme an einer Weiterbildung entschieden.

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Quelle: ils.de

Studie: Wie lernen Ältere am besten?

Fotolia_34724629_XSDas Lernen der Älteren gewinnt in unserer digitalen Arbeitswelt und in Zeiten des Fachkräftemangels zunehmend an Bedeutung. Wie Verwaltungsmitarbeitende ab 50 Jahren erfolgreich lernen, hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im Auftrag der BBBank Stiftung und in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Stuttgart untersucht. Dazu hat das Fraunhofer IAO über 1000 Verwaltungsmitarbeitende der Landeshauptstadt Stuttgart und der städtischen Betriebe im Alter von mindestens 50 Jahren zu ihren Lernerfahrungen befragt.

Die Ergebnisse lassen sich in zwei Kernaussagen zusammenfassen:

Ältere Lernende bevorzugen unterschiedliche Lernsettings
Die Studie beschreibt sechs Lernsettings, mit welchen die sehr heterogene Gruppe von älteren Verwaltungsmitarbeitenden bevorzugt lernt.

  1. Das »dozentenzentrierte Lernen« entspricht dem klassischen Lernen im Seminarraum mit einem Dozenten, der die Inhalte vermittelt und das gesamte Lernen plant und steuert.
  2. Im »erweiterten dozentenzentrierten Lernen« wird dieses Lernen um ein Selbstlernen Zuhause ergänzt.
  3. »Vielfältig« erfolgt das Lernen im dritten Lernsetting insofern, als nahezu an jedem Lernort und zu jeder denkbaren Zeit unter Nutzung einer Vielzahl an Lernquellen (Dozentenvorträge, Kollegenbeiträge, Diskussionen, Unterlagen etc.) gelernt wird.
  4. Im »austauschorientierten« Lernsetting wird viel in der Diskussion mit anderen Teilnehmenden oder im Austausch mit den Trainern gelernt.
  5. Das »praxiserprobende Lernen« findet viel in Lerninseln, Werkstätten, Laboren o.ä. statt und gibt somit Raum, neue Techniken auszuprobieren.
  6. Im »selbstorganisierten« Lernsetting bestimmen die Lernenden selbst über Lernziele, -inhalte, -zeiten, -tempo und -methoden.

Trotz der Heterogenität der Zielgruppe lassen sich drei konkrete Kriterien für ein erfolgreiches Lernen formulieren

  1. Die Selbstwirksamkeit der Lernenden wird gefördert, indem sie sich jederzeit willkommen fühlen, sie jederzeit wissen was wozu und wie zu lernen ist, die Inhalte in überschaubare Einzelthemen aufgeteilt sind und der Gesamtzusammenhang jederzeit erkennbar wird und die Lernenden jederzeit ihren Lernfortschritt kennen.
  2. Das Lernen erfolgt stark selbstorganisiert, d.h. die Lernenden bestimmen selbst über ihre Lernziele, -inhalte, -zeiten, das Lerntempo und die Lernmethoden.
  3. Es erfolgt in stärkerem Maße ein Lernen im Austausch mit anderen Teilnehmenden und mit Trainern, auch selbst zusammengestellte Unterlagen werden häufiger als Lernquelle genutzt.

Die vollständige Studie steht auf der Webseite der BBBank Stiftung kostenlos zum Download zur Verfügung.

Foto: © detailblick – Fotolia.com

Innovative kleine Unternehmen bilden anders weiter als große

Um ein innovatives Unternehmen mit qualifizierten und kreativen Mitarbeitern führen zu können, sind Weiterbildungen unabdingbar.

Bei Großunternehmen gehören Weiterbildungen zum Standard: Im Jahr 2010 boten nahezu alle Großunternehmen Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter an. Rund 70% der Großunternehmen stellten dafür einen schriftlichen Weiterbildungsplan oder ein Weiterbildungsprogramm in Form von klassischen Lehrveranstaltungen sowie anderen Weiterbildungsformen zur Verfügung; 49% der Mitarbeiter dieser Unternehmen nahmen diese Möglichkeit wahr. Im Gegensatz dazu gab es nur in 86% der Kleinunternehmen Weiterbildungsmöglichkeiten und nur bei 21% in strukturierter Form. Dementsprechend wurde dieses Angebot auch nur von 36% der Mitarbeiter genutzt.

Ebenso existiert bei deutlich mehr Großunternehmen ein Jahresbudget speziell für betriebliche Weiterbildung, genau wie die Möglichkeit zur Nutzung eines Bildungszentrums sowie ein konkreter verantwortlicher Ansprechpartner zu diesem Themenbereich. Diese Aspekte weisen daraufhin, dass die Förderung der Weiterbildung in kleinen Unternehmen sowohl weniger ausgeprägt ist, als auch deutlicher unorganisierter abläuft.

Bieten Kleinunternehmen also keine adäquate Weiterbildung an oder ermöglichen sie zumindest? Laut der vierten europäischen Erhebung zur Weiterbildung in Unternehmen (CVTS4) findet sich der größte Teil innovativer Unternehmen gerade in Betrieben mit maximal 10-49 Beschäftigten. Der scheinbare Widerspruch lässt sich damit erklären, dass Kleinunternehmen andere Prioritäten bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter setzen und dementsprechend auch eine andere Methodik verwenden: So gestaltet sich die Weiterbildung in Kleinunternehmen deutlich flexibler und mit alternativen Lehrformen; im Jahr 2010 wurde von 78% der kleinen Unternehmen Weiterbildung durch Unterweisungen am Arbeitsplatz, Lernzirkel, Informationsveranstaltungen oder selbst gesteuertes Lernen praktiziert.

Inhalt der Weiterbildungen in 60% der Lehrveranstaltungen war die gezielte Schulung technischer, praktischer und arbeitsplatzspezifischer Fähigkeiten, statt einer breit gefächerten Fortbildung in allgemeinen Kenntnissen, wie Büro- und Verwaltungstätigkeiten, professionell IT-Kenntnisse und Fremdsprachen.

Neben diesem Unterschied zu Großunternehmen wird in Kleinunternehmen außerdem das nötige Know-how durch Neueinstellungen von qualifiziertem Fachpersonal erworben und damit das mögliche Defizit an Weiterbildungsmöglichkeiten auf Grund von zu hohen Kosten oder zu hoher zeitlicher Belastung ausgeglichen. Ebenso versuchen diese Unternehmen durch Reorganisation die bereits vorhandenen Qualifikationen ihrer Mitarbeiter optimal zu nutzen; durch das Angebot betrieblicher Erstausbildung wird zudem die Möglichkeit geschaffen, neue Mitarbeiter nach dem Erfordernis des Unternehmens zu schulen.

Ein wichtiger Faktor bei innovativen Kleinunternehmen ist schließlich die Tätigkeit der Mitarbeiter selbst. Durch die Einführung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren erweitern die Mitarbeiter ihre Qualifikation am Arbeitsplatz selbst und nutzen dadurch praxisnahe Weiterbildung.

Weitere Informationen zu den Studienergebnissen finden Sie unter https://www.destatis.de

Weiterbildung macht gesund

water apple

Wie wichtig stetige Weiterbildung im heutigen Berufsleben ist, weiß jeder: Die Steigerung und Ergänzung von Kompetenzen der Mitarbeiter ist für ein Unternehmen unerlässlich; ebenso bedeutet die Erweiterung der Fachkompetenz für Arbeiternehmer Vorteile, denn qualifizierte Fachkräfte sind begehrt und oft gesucht.

Nun kommt jedoch ein weiteres Argument hinzu, weshalb sich Weiterbildung lohnt: Weiterbildung macht glücklicher, selbstbewusster und damit gesünder! Dies zeigt eine europaweite Studie des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung. Eine der Mitautorinnen, die Vizerektorin der Donau-Universität Krems Monika Kil, stand dem Deutschlandfunk jetzt Rede und Antwort zu diesem Thema.

Laut Monika Kil werden durch Erwachsenenbildung positive Nebenwirkungen erzielt und die betreffen vor allem die Gesundheit. Zu diesen ‚wider benefits of learning‘ zählt zum Beispiel der resultierende Nutzen des Erlernten; man kann etwas besser, fühlt sich bestärkt in seiner Kompetenz und entwickelt dadurch eine neues Selbstbewusstsein und ein Gefühl der Selbststeuerung. Durch dieses psychologische Phänomen der Selbstwirksamkeit fällt es dann auch leichter, den Stress des Berufsleben zu bewältigen und zu kontrollieren. In Zeiten von Burnout-Fällen und reihenweise Arbeitnehmern, denen der Spaß an ihrem Beruf fehlt, werden diese Aspekte viel zu sehr unterschätzt.

Ebenso werden durch Gruppenfortbildungen soziale Kontakte geknüpft und wichtige Netzwerke aufgebaut. Diese können sowohl den Arbeitnehmern, als auch den Unternehmen Vorteile bieten und zu einer beruflichen Kooperation führen.

Das Problem sei heute, dass der Nutzen einer Weiterbildung immer zu sehr aus Sicht der Unternehmen und sogar der Volkswirtschaft gesehen wird und nicht aus der Sicht des einzelnen Mitarbeiters, sagt Monika Kil. Insofern muss die Schere im Kopf zwischen privater und die beruflicher Weiterbildung in Deutschland endlich kleiner werden. Lernen als Selbstzweck muss endlich als weiterer Nutzen akzeptiert werden.

Foto: steffen-benz, „water apple“, CC-Lizenz (BY 2.0)
Quelle: www.piqs.de

Akademie-Studie 2014: Jeder Zweite wird durch den Arbeitgeber unterstützt

akafu-14-019-print-studie-broschüre_2014-RZ.indd50 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte bilden sich mit Unterstützung ihres Arbeitsgebers während der Arbeitszeit weiter. Dies ist eines der Ergebnisse der gerade erschienenen Akademie-Studie 2014 der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft (Überlingen/Bad Harzburg). 1015 Fach-und Führungskräfte beteiligten sich an der Umfrage, die verschiedenste Aspekte der Arbeitszeit einschloss. 21 Prozent der Befragten gaben an, sich freiwillig in ihrer Freizeit weiterzubilden. Weitere 23 Prozent durchlaufen derzeit keine Weiterbildung, sind aber grundsätzlich motiviert, eine zu beginnen. Besonders beliebt sind Fortbildungen im Hinblick auf Fachkenntnisse (32 Prozent) und zum Thema Mitarbeiterführung (25 Prozent). Jede zweite Person, die derzeit keine Weiterbildung macht, gab an, keine Zeit hierfür zu haben. Daneben lassen vor allen Dingen die fehlende Unterstützung durch den Arbeitgeber (18 Prozent) sowie ein Mangel an Geld (15 Prozent) die Fortbildung scheitern.

Weitere interessante Aspekte: Überstunden, Sabbatical & Renteneintritt

Weitere Erkenntnisse der Studie: Für 39 Prozent der Teilnehmer sind Überstunden an mehr als zwei Tagen pro Woche die Regel, 35 Prozent arbeiten sogar täglich länger. Darüber hinaus arbeiten mehr als 70 Prozent „gelegentlich“ oder „regelmäßig an mehreren Tagen pro Woche“ nach Feierabend zuhause weiter. 79 Prozent würden ihre Überstunden gerne für ein Sabbatical aufsparen. 43 Prozent der Teilnehmer möchten nach Möglichkeit zwischen dem 60. und 64. Lebensjahr in den Ruhestand gehen, 33 Prozent bereits mit unter 60 Jahren. Dennoch kann sich mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten vorstellen, auch nach dessen Beginn noch einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Ganze 17 Prozent planen sogar fest damit.

Die gesamte Akademie-Studie 2014 kann im Internet unter http://www.die-akademie.de/fuehrungswissen/akademie-studien als Download bezogen und als Druckexemplar telefonisch unter +49 7551 9368-0 oder per E-Mail unter info@die-akademie.de angefordert werden.

Quelle: newsaktuell

75% der Arbeitnehmer würden ihre Freizeit opfern für eine Weiterbildung

Der Jahreswechsel ist immer eine Zeit des Innehaltens und des Bilanzierens. Nicht nur privat, sondern auch beruflich. Wenn Sie zurückschauen – haben Sie im letzten Jahr Ihre persönliche Weiterbildung im Blick gehabt? Wie wichtig ist es Ihnen, sich weiterzuentwickeln? Halten Sie sich eher für den engagierten Typ, oder lassen Sie alles auf sich zukommen und planen wenig in puncto Karriere? Laut einer repräsentativen Umfrage hegen tatsächlich die meisten Angestellten den Wunsch nach Weiterbildung. Finden Sie jetzt heraus, wo Sie mit Ihrem Weiterbildungs-Engagement im Vergleich stehen.

Starkes Signal für Führungskräfte und Personaler
Das Meinungsforschungsinstitut FORSA befragte im Februar 2013 insgesamt 1.000 Angestellte im Auftrag der Haufe Akademie, wie sie zum Thema Weiterbildung stehen. Die Ergebnisse zeichneten ein sehr positives Bild: 60% aller Befragten wollten sich gerne weiterbilden und 75% von ihnen würden sogar ihre Freizeit dafür opfern.
Und noch etwas ist sehr interessant: Eine deutliche Mehrheit der deutschen Angestellten ist bereit, für berufliche Weiterbildung auch in die eigene Tasche zu greifen: 13 Prozent würden bis zu hundert Euro im Jahr, 15 Prozent bis zu 200 Euro und 33 Prozent sogar bis zu 1.000 Euro beisteuern.
Aber: 23% aller Befragten gaben an, keine guten Weiterbildungsangebote zu erhalten. Diese Zahl steht für jede Menge verpasster Chancen, die Mitarbeiter sinnvoll weiter zu qualifizieren und deren Potential voll auszuschöpfen.

Häufig bleibt es bei guten Vorsätzen
Ob der Wunsch nach Weiterbildung im letzten Jahr tatsächlich von den Angestellten umgesetzt wurde, kann nur eine neue Umfrage ans Licht bringen. Häufig bleibt es aber bei guten Vorsätzen, da eine Weiterbildungsmaßnahme auch immer ein Plus an Engagement und Arbeit bedeutet: Der Vorgesetzte muss von der Maßnahme überzeugt werden, die Budgetfrage muss geklärt werden und natürlich gilt es, ein geeignetes Angebot zu sondieren und auszuwählen. Dabei muss man sich auch mit den eigenen Lernvorlieben auseinandersetzen und entscheiden, welche Form der Qualifizierung am besten passt: Eine Tagung, ein Seminar, ein e-Learning oder ein mehrtägiger Lehrgang? Tatsächlich sind also eine Reihe von Fragen zu klären – aber ist der Aufwand wirklich so groß?

Schließlich profitieren beide – Mitarbeiter und Unternehmen – gleichermaßen von einer Weiterbildung des Arbeitnehmers. Das sehen übrigens 42% der 1.000 Befragten aus der Studie.

Weitere Details zur Studie lesen Sie hier.

BMBF-Studie: Weiterbildung ist so gefragt wie nie

Im vergangenen Jahr lag die Weiterbildungsbeteiligung auf Rekordniveau in Deutschland. Mit einer Quote von 49 Prozent weiterbildungsaktiver Erwachsener ist der in Deutschland bisher höchste Wert gemessen worden. Das ist nur eines der zahlreichen Ergebnisse des Adult Education Survey 2012 (AES), dessen abschließender Ergebnisbericht nun vorliegt. Der Bericht analysiert und kommentiert die repräsentativen Daten unter Berücksichtigung zentraler Fragestellungen: Wer genau nimmt wie oft und wie lange an Weiterbildung teil? Und wer nimmt nicht teil?

Eine Zusammenfassung des 390 Seiten umfassenden Berichtes finden Sie hier bei http://www.praktisch-unschlagbar.de.

So lag die Beteiligung in den alten Bundesländern bei 48 Prozent, während für Ostdeutschland eine Quote von 53 Prozent gemessen wurde. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Ältere in Sachen Weiterbildung deutlich zugelegt haben. Die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen liegt nur knapp hinter den übrigen Altersgruppen. Die 60- bis 64-Jährigen haben in den letzten Jahren besonders große Zuwächse verzeichnet.
Was die mit Weiterbildung verbrachte Zeit angeht, so variieren die Werte deutlich:

  • Betriebliche Weiterbildungsaktivitäten umfassen durchschnittlich die geringste Unterrichtszeit (31 Stunden). Die Hälfte der Aktivitäten in diesem Segment umfasst nicht mehr als zwölf Stunden.
  • Individuelle berufsbezogene Weiterbildungsaktivitäten zeichnen sich mit durchschnittlich 86 Stunden durch die höchste zeitliche Intensität aus. Die Hälfte der individuellen berufsbezogenen Weiterbildungsaktivitäten umfasst bis zu 25 Stunden.
  • Für nicht-berufsbezogene Weiterbildungsaktivitäten werden durchschnittlich 58 Stunden aufgewendet.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene und geförderte Studie „Weiterbildungsverhalten in Deutschland“ wird seit 1979 im Abstand von zwei bis drei Jahren vorgelegt. Die Daten werden von TNS Infratest Sozialforschung auf Grundlage des europäischen Adult Education Survey (AES) erhoben.

Gute und schlechte Nachrichten zur betrieblichen Weiterbildung

Es gibt gute und schlechte Nachrichten im Bereich der betrieblichen Weiterbildung. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) hat jüngst die Ergebnisse einer Befragung zur betrieblichen Weiterbildung veröffentlicht.

Zuerst die gute Nachricht: Die Zahl der betrieblichen Weiterbildungen ist auf einem Höchststand. 53 Prozent aller Betriebe in Deutschland haben 2011 ihren Mitarbeitern Weiterbildungen ermöglicht – so viele wie nie zuvor. Damit setzt sich der positive Trend beim betrieblichen Weiterbildungsangebot fort, der nur in der Wirtschafts- und Finanzkrise kurzzeitig gestoppt wurde. 30 Prozent der Beschäftigten haben an den Weiterbildungsangeboten ihrer Arbeitgeber teilgenommen. Auch das ist ein Höchstwert. Und was besonders erfreulich ist: Die Teilnahmequoten unterscheiden sich dabei nur unwesentlich zwischen kleinen, mittleren und großen Betrieben. Bei kleinen Betrieben kommt es aufgrund der geringen Mitarbeiterzahl häufig vor, dass zwar nicht jedes Jahr eine vom Arbeitgeber unterstützte Weiterbildung stattfindet, bei einem längeren Betrachtungszeitraum wird aber deutlich, dass auch sie intensiv in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren.

Und nun die schlechte Nachricht: An Weiterbildungen nehmen wesentlich mehr höher qualifizierten Mitarbeiter teil. Von den Beschäftigten mit Tätigkeiten, die einen Hochschulabschluss erfordern, nahm rund jeder zweite an Maßnahmen der betrieblichen Weiterbildung teil. Bei den Beschäftigten mit einfachen Tätigkeiten war es nur knapp jeder siebte. Leider ist ist auch die Weiterbildungsbeteiligung der älteren Beschäftigten unterdurchschnittlich. Zwar ist die Teilnahmequote der Älteren in den letzten Jahren gestiegen, dennoch lag sie 2011 etwa fünf Prozentpunkte unter dem Durchschnitt aller Beschäftigten.

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB)

Weiterbildung deutscher Arbeitnehmer war 2012 auf Rekordhoch

.In Deutschland haben im vergangenen Jahr so viele Menschen eine Weiterbildung gemacht wie niemals zuvor. 49 Prozent der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter haben 2012 an einer Weiterbildungsveranstaltung teilgenommen. Während die Beteiligung in Westdeutschland bei 48 Prozent lag, liegt die Quote für Ostdeutschland bei 53 Prozent. Das geht aus einer Erhebung hervor, die von TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auf Grundlage des europäischen Adult Education Survey (AES) durchgeführt hat.

Den AES Trendbericht gibt es hier zum kostenlosen Download

Foto: © nyul – Fotolia.com