Archiv der Kategorie: Work-Life-Balance

Interview über Burnout mit Psychotherapeutin Elisabeth Einhaus-Freudl

Wieder Spaß am Leben! Raus aus der Burnout-Falle.. lautet ein Blogartikel im Livestyle-Blog Sina’s Welt. Darin spricht die Bloggerin Sina Koall mit der Psychotherapeutin und Dipl.-Psych. Elisabeth Einhaus-Freudl aus Hamburg. Sie erklärt dort, wie wir wieder mehr Lebensfreude in unser Leben bringen und Stress oder Burnout erst gar keine Chance geben.

Übrigens stellt die Autorin gleich zwei Bücher zum Thema Burnout vor.

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Fünf Tipps, sich selbst zu motivieren

  1. Denken Sie lösungsorientiert
    Vermeiden Sie Sprech- und Denkmuster wie „Das schaffe ich garantiert nicht“ oder „Wie soll ich das alles schaffen?“. Die Gefahr, sich damit selbst im Weg zu stehen ist sehr groß. Formulieren Sie es lieber positiv: „Wie schaffe ich es am besten?“ oder „Die Aufgabe ist anspruchsvoll, aber interessant“

  2. Planen Sie Ihre Aktivitäten
    Erstellen Sie sich Tages- und Wochenpläne und bilden diese in Ihrem Outlook oder Notes ab. Und halten sich daran. Überprüfen Sie jeden Tag z.B. eine halbe Stunde vor Feierabend, was Sie von Ihrem Tagesplan erledigt haben. Die unerledigten Aufgaben planen Sie neu. Das Schieben auf den nächsten Tag bringt Sie in aller Regel nicht weiter.
  3. Bleiben Sie realistisch
    Planen Sie Ihre Aufgaben mit einem realistischen Zeitaufwand. Es setzt Sie nur unnötig unter Druck, wenn Sie zu knapp kalkulieren und Ihrem Tages- oder Wochenplan ständig hinterherhinken. Druck kann motivierend wirken, aber nicht bei jedem!
  4. Belohnen Sie sich
    Gönnen Sie sich etwas, wenn Sie Ihr Ziele erreicht haben. Womit Sie sich belohnen können, wissen Sie selbst am besten. 
  5. Gehen Sie nicht zu hart mit sich ins Gericht
    Fehler passieren – auch dann, wenn Sie hoch motiviert und sehr konzentriert an eine Aufgabe herangehen. Betrachten Sie Fehler nicht als Fehlschlag, sondern lernen Sie aus den Fehlern und machen Sie es bei beim nächsten Mal besser. Oder um es mit Thomas Alva Edison zu sagen: „Erfahrung nennt man die Summe aller unserer Irrtümer“

In diesem Sinne –  Viel Spaß beim Motivieren

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Ein Tag Weiterbildung pro Woche garantiert – ist das ein realistisches Arbeitszeitmodell?

In der IT-Branche sind qualifizierte Mitarbeiter schwer zu bekommen und dauerhaft zu halten. Deshalb locken Unternehmen neue Mitarbeiter bzw. binden vorhandene Mitarbeiter mit dem Arbeitszeitmodell „ein Tag Weiterbildung pro Woche“. In der Computerwoche wird so ein Fall aktuell diskutiert.

Das IT-Beratungshaus Itemis stellt den Mitarbeitern in dem Arbeitszeitmodell „4+1“ einen Tag der Woche zur persönlichen Weiterbildung zur Verfügung. Natürlich will man damit die Motivation der Mitarbeiter erhöhen und ihnen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung garantieren. Bei der Suche nach Fachkräften setzt das Beratungshaus auf den positiven Effekt beim Employer Branding. Dieses Modell könnte z.B. genau der Punkt sein, der Interessenten zu einer positiven Entscheidung führt. Bei Itemis wird dieses hohe Maß an Weiterbildung als Vermögensaufbau, nicht als Kosten angesehen.

Kritiker entgegen aber dem Unternehmen, dass die Versprechungen in kritischen Projektphasen kaum realisierbar seien. In der Diskussion stellt das Unternehmen dar, dass man sehr darauf achtet, dass die Versprechen eingehalten werden. Zudem sei +1 nicht an einem fixen Tag gebunden, sondern meint nur eine Quote von 20 Prozent der Arbeitszeit. Wenn es dann mal heiß und hektisch wird in Projekten, könne diese Zeit variabel und auch mal in größeren Stücken genutzt werden.
Was ist Ihre Meinung? Hat so ein Modell praktisch eine Zukunft?

Jedem Kompliment folgt ein Arbeitsauftrag….

Können Sie nein sagen?

Haben Sie das auch schon erlebt, dass Sie da nicht nein sagen wollen oder können. Meine Tochter ist darin eine wahre Meisterin die mit der unschuldigen Suggestivfrage ankommt:

„Papa, du kennst dich doch mit Computern aus?“
„Ja“.
„Und du bist doch bei euch für die EDV zuständig?“
„Ja“. „Und du bist doch derjenige der die Firma am Laufen hält? “
„Ja, aber klar!“
„Du, ich habe da eine Kleinigkeit an meinem Notebook, kannst du mir dabei helfen? „

Dieser kleine Dialog, der dem einen oder anderen von Ihnen nicht unbekannt sein dürfte, läuft auf den unterschiedlichsten psychologischen Ebenen ab:

(1) die meisten von uns suchen nach Anerkennung (Lob tut gut),

(2) wer dreimal „ja“ gesagt hat dem kommt ein „nein“ nicht einfach über die Lippen (Verkäufer reden von der Ja-Straße) und

(3) einen Appell an die Mitmenschlichkeit (hier besonders an die weibliche Hilfsbedürftigkeit in technischen Dingen) lehnt man nur schwer ab.

Schon ist die Falle zugeschnappt und ehe man es selbst merkt, sitzt man den ganzen Abend an einem total zugemüllten Notebook.

 

Im Arbeitsalltag sind solche Situationen auch häufiger anzutreffen und bevor man merkt, was der Chef einem wieder aufs Auge gedrückt hat gibt es kein Zurück mehr. Was läuft da eigentlich in uns ab und wie können wir solchen Situationen bewusster meistern? Was sind einige der Fallen in die wir stolpern?

 

Zunächst ist das unser Selbstbild der „umsichtigen Führungskraft“, die Verantwortung übernimmt, strategisch denkt und häufiger mal mehr übernimmt als im Arbeitsvertrag steht. Man möchte ja auch weiterkommen und Einsatz zeigen.
Dann gibt es Menschen mit ausgeprägtem Harmoniebedürfnis, die nie Nein sagen können. Gefährlich ist hierbei, was unsere Weisheit der Woche treffend wiedergibt: „Wer nicht Nein sagen kann, der wird sein Ja oft nicht halten können“.

Und dann sind  da noch die Perfektionisten, denen 90% nicht reichen, und auch  100% sind nicht genug. Richtig gut und zufriedenstellend wird es erst so ab 115%.

Letztendlich sind es immer Rollenkonflikte und unterschiedliche Wertehierarchien der beteiligten Personen, die solche „Fallen“ verursachen. Jeder von uns hat eine eigenes Wertesystem, das unser Verhalten bestimmt. Was ist uns wichtig in unserem Leben, was ist uns wertvoll? Dagegen stehen die Wertesysteme anderer Personen: Was will mein Chef? Was will meine Familie? Was wollen meine Kollegen?

Um mit den unterschiedlichen Wertehierarchien umgehen zu können und solchen „Fallen“ zu entgehen, muss zunächst die Selbsterkenntnis erlangen werden: Was sind die wirklichen Beweggründe für unser Handeln, wo gibt es Konflikte zwischen unseren Werten und was bedeutet das für uns?

Der Einstieg kann über ein Buch oder einen Vortrag erfolgen, besser sind aber ein Coaching oder ein handlungsorientiertes Seminar.

Denn nur, wenn wir die wahren Beweggründe unsers Handelns kennen, können wir vom Automatismus zum bewussten Entscheiden kommen und das bedeutet auch, dass man eine Wahlmöglichkeit hat. Dann werden die Situationen, in denen man so ein ungutes Gefühl spürt ohne es an irgendetwas bestimmten festmachen zu können, zur Vergangenheit gehören.

Jede Reise ins Neue beginnt mit dem ersten Schritt und so wünsche ich ihnen viel Spaß mit der Erkundung ihrer Werte.

Ihr Georg Bayer

Burn-Out-Syndrom: Vorsorgemöglichkeiten (4)

Vorsorge und Behandlungsmöglichkeiten

Burn-Out kann prinzipiell jeden treffen. In der Prävention von Burn-Out ist es zunächst hilfreich, sich seine unterschiedlichen Rollen bewusst zu machen, die man im beruflichen wie im privaten Leben einnimmt, sowie auch die diesen Rollen entsprechenden Ziele und Wertevorstellungen. Bei der persönlichen Zeitplanung ist es besonders wichtig, sich selbst Zeit zum Ausruhen und Regenerieren sowie für persönliche Interessen und Hobbys zu geben.

Grundlegend wichtige Faktoren in der Burn-out-Prävention sind ausreichender und guter Schlaf, gesunde Ernährung, frische Luft und angemessene Bewegung. Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Nikotin sollten nach Möglichkeit reduziert oder ganz vermeiden werden.

Die Behandlung von Burn-Out erfolgt in der Regel individuell. Burn-Out vergeht nicht von selbst, da schließlich bestimmte Verhaltensmuster den Betroffenen in den Burn-Out geführt haben. Aus diesem Grund ist eine psychotherapeutische Behandlung – in erster Linie mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen – indiziert. Begleitend sollten auch, wie bereits erwähnt, Entspannungsverfahren bzw. Verfahren zur Stärkung der Selbstheilungskräfte und zur Stabilisierung und Harmonisierung des eigenen Energiehaushaltes erlernt werden. Hierfür bieten sich z.B. Autogenes Training und insbesondere Yoga an.

Präventivmaßnahmen in Organisationen

Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn gesundheitsrelevante und ethische Themen, Verhaltensweisen und Umgangsformen in einem Organisations- oder Unternehmens-Leitbild verankert werden. Besonders sinnvoll ist es, wenn daraus abgeleitete Präventionsmaßnahmen in Führungs- und Controlling-Instrumenten wie beispielsweise Balanced Score Card festgelegt und verfolgt werden, da hierdurch das Gesundheitsbewusstsein in der ganzen Organisation gefördert wird.

Auch in der im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung erforderlichen Arbeitsplatzgefährdungsbeurteilung können Vorgesetzte und Mitarbeiter bezüglich des Themas Burn-Out sensibilisiert werden. Demnach sollten den einzelnen Mitarbeitern bei der Gestaltung von Arbeits- und Einsatzplänen nach Möglichkeit an deren Fähigkeiten angepasste, begrenzte und realistische Aufgaben zugeteilt werden.

Zur Früherkennung ist es hilfreich, wenn in regelmäßig stattfindenden Mitabeitergesprächen die Themen Arbeitsbelastung, Arbeitsumfeld, Betriebsklima sowie persönliche Anspruchs- und Erwartungshaltungen des betreffenden Mitarbeiters behandelt werden.

In Abteilungen, Gruppen und Teams kann in regelmäßigen Abständen Raum für Reflexion oder Supervision gegeben werden. Auch Seminare und Workshops zur Burn-Out-Prävention, Teambuilding, Konfliktmanagement können hierbei unterstützen oder direkt hierzu genutzt werden. Der hierfür aufgewendete Zeiteinsatz amortisiert sich in der Regel über eine höhere Effizienz der Organisationseinheit und in manchen Fällen auch über einen niedrigeren Krankenstand.

Immer häufiger erachten Organisationen und Unternehmen es für sinnvoll, pro-aktiv Work-Life-Balance-Programme zu betreiben. Mehr und mehr Unternehmen bieten mittlerweile ihren Mitarbeitern Ausgleichs- und Entspannungsprogramme – wie z.B. Sport oder Yoga am Arbeitsplatz – vor, während und nach der Arbeitszeit in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen an.

Literaturtipp:

„Feierabend hab ich, wenn ich tot bin: Warum wir im Burnout versinken

Autor: Markus Väth, Verlag: Gabal; Auflage: 4. (11. August 2011), broschiert: 240 Seiten …. weiter lesen

„Burn-out – Wenn die Maske zerbricht: Wie man Überbelastung erkennt und neue Wege geht“

Autor: Dr. Manfred Nelting, Verlag: Mosaik (4. Oktober 2010), Gebundene Ausgabe: 416 Seiten …. weiter lesen

Burn-Out-Syndrom: Verlauf – Phasenmodell (3)

Generell kann man sagen, dass Burn-Out nicht von heute auf morgen entsteht. Vielmehr handelt es sich um einen oft jahrelangen und schleichenden Prozess. Daher ist es besonders wichtig, auf etwaige Frühwarnzeichen zu achten.

In der Fachliteratur existieren verschiedene Phasenmodelle des Burn-Out-Syndroms. In der Praxis finden sich die folgenden Phasen in unterschiedlicher Ausprägung in nahezu jedem Fall von Burn-Out:

1. Idealistische Begeisterung

Man brennt für eine Idee, Sache oder Aufgabe, entwickelt Enthusiasmus, Ideenreichtum und Hyperaktivität. Es erfolgt eine totale Identifizierung mit dem Vorhaben, man entwickelt ein

Gefühl der Unentbehrlichkeit, das Gefühl, nie Zeit zu haben und verdrängt sowohl seine eigenen Bedürfnisse wie auch etwaige Misserfolge.

2. Stagnation

Man beginnt zu erkennen, dass die Zielvorstellung so nicht zu erreichen ist. Daraus resultiert eine Desillusionierung. Nach kurzem Aufbäumen erfolgt in der Regel eine Stagnation. Die

Folge ist oft Dienst nach Vorschrift. Kompensatorische Interessen und auch Belange des Ar-beitsentgeltes, des beruflichen Aufstiegs oder der Arbeitszeit treten in den Vordergrund.

3. Frustration

Häufig mischen sich ein Gefühl der Machtlosigkeit bezüglich der Aufgaben, die man sich vorgenommen hat mit der Frage nach dem Wert und dem Sinn des eigenen Tun und Handelns. Berufliche und persönliche Lebensziele werden in Frage gestellt. In manchen Fällen treten auch Existenzängste auf.

4. Isolation und Rückzug

Die Gedanken kreisen nunmehr nur noch um die Aufgabenstellung, welche jedoch als Belastung empfunden wird. Der Burn-Out-Betroffene vernachlässigt seine Familie, Freunde und seine persönlichen Interessen. Er fühlt sich als „Roboter“ oder als „nur noch funktionierende Maschine“ und flüchtet sich kurzfristig in Ersatzbefriedigungen wie in den überhöhten Genuss von Kaffe, Alkohol, Nikotin, Süßigkeiten, Sex oder Drogen.

5. Apathie und Hoffnungslosigkeit

Aufgrund der existenziellen Notwendigkeit der beruflichen Tätigkeit entsteht Apathie, die einen natürlichen Abwehrmechanismus der Frustration darstellt. In vielen Fällen überwiegt jedoch das Gefühl der inneren Leere und der Hoffnungslosigkeit, da auch der „Dienst nach Vorschrift“ zu schwer fällt. Es erfolgt eine äußere oder innere Vereinsamung, die häufig von einem Gefühl des „Abgestorbenseins“ begleitet wird.

6. Depression – Burn-Out

Man fühlt sich kraftlos und unfähig, etwas an seiner Situation zu ändern. Selbst die kleinsten Handlungen fallen unendlich schwer. Man möchte nur noch fliehen oder schlafen. Durch frühmorgentliches Erwachen mit anschließendem Morgentief wird der erholsame REM-Schlaf verhindert. Es kann zu körperlicher Verwahrlosung oder zu Suizidgedanken kommen. Der Zustand der Verzweiflung und Ausweglosigkeit erreicht ein Höchstmaß.

7. Intervention (Fallspezifisch)

Es erfolgt eine Behandlung des Burn-Out-Syndroms. Bei Burn-Out-Syndrom ist in fortgeschrittenen Stadien eine psychotherapeutische Behandlung indiziert, die idealerweise von Methoden, welche die Selbstheilungskräfte stärken und den körpereigenen Energiehaushalt stabilisieren und harmonisieren begleitet wird

 Lesen Sie mehr zu Vorsorge und Behandlungsmöglichkeiten!

Burn-Out-Syndrom: Risikogruppen (2)

Risikogruppen

Früher ging man davon aus, dass hohe Arbeitsbelastung insbesondere Menschen in helfenden Berufen, wie z.B. Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher, etc. ausbrennen lässt.

Inzwischen ist Burn-Out in nahezu allen Berufsgruppen anzutreffen. Daher lässt sich die Risikogruppe eher anhand von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen bestimmen, welche eine Prädisposition für Burn-Out erkennen lassen. Hierzu gehören unter anderem:

Der Perfektionismus

Perfektionisten setzen sich auf nahezu zwanghafte Weise sehr hohe Ziele, die häufig nicht allein bzw. selbst erreichbar sind. Dieses führt häufig zu enttäuschten Erwartungen und zu einem noch weiter gesteigerten Arbeitspensum. Die betreffende Person „vergisst sich selbst“ und treibt Raubbau mit ihren Ressourcen. Wenn diese allmählich zur Neige gehen, erfolgt ein regelrechtes Aufbäumen und eine weitere Steigerung des Arbeitspensums bis hin zum Burn-Out.

Das Helfersyndrom

Menschen mit Helfersyndrom beziehen ihr Selbstwertgefühl über den Vorgang des Helfens für andere. Diese scheinbare Aufopferung ist im wahrsten Sinne eine traurige Selbstaufopferung, da sie ihre eigenen Bedürfnisse über die Hilfe für andere verdrängen. Dieses führt mit der Zeit zu einem innerseelischen Konflikt und einem Zustand der inneren Leere und Kraftlosigkeit. Nach anfänglich loderndem Brennen folgt der Zustand des „Ausgebranntseins“.

Das „nicht nein sagen können“

Menschen die nicht „Nein“ sagen können, weisen häufig eine mangelnde Konfliktfähigkeit auf. Sie können keine Grenzen setzen, sind oft harmoniesüchtig und möchten es allen Recht machen. Solche Menschen werden oft ausgenutzt bzw. aufgrund der mangelnden Grenzen förmlich energetisch „ausgesaugt“. Am Ende der Spirale steht häufig der Burn-Out.

Das geringe Selbstwertgefühl

kann neben dem Helfen oder nicht „Nein“ sagen können auch auf andere Arten zum Burn-Out führen, z. B. in dem man den Wert seiner Arbeit oder seines Könnens unterschätzt und somit in eine immer weiter führende Spirale des „leisten Müssens“ verfällt.

Im gegenteiligen Aspekt kann es auch zur Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und somit zu einer Art „blindem Ehrgeiz“ kommen. Über die Leistung werden Defizite oder Enttäuschungen im Gefühlsbereich kompensiert, wodurch ein gesundes Empfinden der eigenen Bedürfnisse und Grenzen unterbunden ist. Am Ende steht leider oft der Burn-Out.

Ursachen

Bezüglich der Entstehung des Burn-Out gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Diese sind entweder persönlichkeitszentrierter Natur oder gründen sich auf der Sozial-, Arbeits- und Orga-nisationspsychologie.

Die am häufigsten genannten Faktoren, welche die Entstehung von Burn-Out begünstigen, sind ein Mangel an innerer und äußerer Autonomie, Rollenkonflikte, unrealistische Erwartungen, zu starre hierarchische Strukturen, Routinetätigkeiten, Über- und Unterforderung, unzureichende Unterstützung durch Vorgesetzte, Beziehungskonflikte, hohe Arbeitsbelastung, schlechtes Betriebsklima, wachsende Verantwortung und Sinnleere.

Lesen Sie im nächsten Beitrag mehr zum Verlauf des Burn-Out-Syndroms!

Burn-Out-Syndrom: Symptomatik (1)

Das Burn-Out-Syndrom ist heute auf dem Vormarsch, zur Berufskrankheit Nr. 1 zu avancieren. Mit Burn-Out-Syndrom bezeichnet man einen andauernden, pathologischen Zustand der völligen Erschöpfung. Information und Prävention bezüglich des Burn-Out-Syndroms sind zur Erhaltung unserer Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude sowie der unserer Kollegen und Mitarbeiter heute wichtiger denn je. Hier erhalten Sie eine Zusammenfassung der wesentlichen Informationen zum Burn-Out-Syndrom.

Symptomatik

Heutzutage ist eine Vielzahl von Symptomen bekannt, die auf das Burn-Out-Syndrom hinweisen können. Neben der totalen Erschöpfung und einem Gefühl des „Ausgebranntseins“ können auch weitere körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenkrämpfe, Schlafstörungen, Störungen der Sexualfunktion und andere körperliche Dysfunktionen auftreten. Experten kennen mittlerweile weit über 100 Symptome des Burn-Out-Syndroms. Häufig werden für die auftretenden Symptome jedoch keine organischen Ursachen gefunden.

Auf der psychischen Ebene gehen mit dem Burn-Out-Syndrom häufig Schuldgefühle, Ängste, Versagensgefühle, Enttäuschung, Verzweiflung und Depression – manchmal auch in Folge von gegen sich selbst gerichteter Aggression – einher. In einigen Fällen kommt es auch zu Schuldzuweisungen und Aggressionen gegenüber anderen.

Am Arbeitsplatz entstehen oft Gefühle und Verhaltensweisen von Desillusionierung, Versagen, Entmutigung, Widerwillen, ständiges „auf die Uhr sehen“, Gleichgültigkeit oder Schuldgefühle, inneres Aufbegehren gegen die Tätigkeit, Fluchtphantasien und Tagträume.

Risikogruppen

Früher ging man davon aus, dass hohe Arbeitsbelastung insbesondere Menschen in helfenden Berufen, wie z.B. Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher, etc. ausbrennen lässt.

Inzwischen ist Burn-Out in nahezu allen Berufsgruppen anzutreffen. Daher lässt sich die Risikogruppe eher anhand von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen bestimmen, welche eine Prädisposition für Burn-Out erkennen lassen. Hierzu gehören unter anderem:

Im nächsten Teil erfahren Sie mehr zu den Risikogruppen!

10 Tipps zur Bewältigung der Mailflut

Wir kennen es alle und wir erleben es alle jeden Tag: Unser elektronischer Postkorb ist gefüllt mit vielen neuen Nachrichten die beantwortet werden wollen. Wenn Ihre elektronische Post Ihren Arbeitsalltag dominiert, sollten Sie sofort reagieren. Die folgenden 10 Tipps können Sie sofort umsetzen und sich damit „ent-stressen“.

 

 

  1. Lesen und beanworten Sie nur alle 2 Stunden Ihre Mails
  2. Arbeiten Sie Ihre Mails immer im Block ab und planen Sie dafür feste Zeiten ein
  3. Schalten Sie die Desktopbenachrichtung ab (sie lenkt nur ab)
  4. Handeln Sie häufiger nach dem Sofort-Prinzip
    (Erledigungaufwand nicht länger als 5 bis 10 Minuten)
  5. Arbeiten Sie nach AHA-System (L. Seiwert)
    Abfall = Mails sofort löschen
    Handeln = Kleinigkeiten sofort erledigen. Alles andere in Termine und Aufgaben umwandeln und terminieren
    Ablage = ablegen bzw. archivieren
  6. Arbeiten Sie verstärkt mit Aufgaben und erstellen Sie sich Ihre elektronischen To-Do-Listen mit Fälligkeiten und Erinnerungen
  7. Formulieren Sie den Mailbetreff kurz und prägnant
  8. Schreiben Sie einen kurzen Mailtext und formulieren Sie in klaren Worten
  9. Behandeln Sie in einer Mail immer nur ein Thema
  10. Werben Sie auch bei Ihren Kolleginnen und Kollegen für diese Tipps

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Work-Life-Balance versus mobile Arbeitswelt und ständige Erreichbarkeit

Work-Life-Balance versus mobile Arbeitswelt und ständige Erreichbarkeit ist Thema eines Beitrags, der jetzt im Online-Portal der Frankfurter Rundschau erschienen ist. Dabei geht es darum, das die neue mobile Arbeitswelt als Segen und Fluch gesehen werden kann. Die einen schaffen es endlich, Beruf und Familie unter einen Hut bekommen, weil sie völlig flexibel von zuhause oder unterwegs arbeiten können. Die anderen stehen kurz vor dem psychischen Knockout, weil sie nicht mehr abschalten können (oder dürfen).

In dem Beitrag wird der Global Workshifting Index (2012) von Citrix Systems zitiert, der besagt, dass nahezu jedes zweite deutsche Unternehmen seinen Mitarbeitern anbietet, mobil zu arbeiten. 92 Prozent der Firmen wollen demnach bis Ende 2013 das flexible und mobile Arbeiten weiter fördern. Denn die Unternehmen sparen bei Mieten, Reise- und Personalkosten.

Die Kehrseite zeigt ein krasses Bild. Laut einer Studie des Hightech-Verbandes BITKOM aus 2011 gaben 88 Prozent der Berufstätigen an, außerhalb ihrer Arbeitszeit erreichbar zu sein. Die Mehrheit der Berufstätigen beantworten sogar an Feiertagen ihre Nachrichten. Das führt aber zu einer völligen psychischen Überlastung. Die Zahl der psychischen Erkrankungen hat sich laut FR-Bericht in Deutschland seit 1994 verdoppelt.

Wie geht man damit um?
Muss die Politik einschreiten? Müssen die Unternehmen wie bei Volkswagen das selbst regeln können? Dort werden für viele Mitarbeiter E-Mails und deren Weiterleitung auf das Handy werden eine halbe Stunde nach Dienstschluss gesperrt. Experten sehen solche Regelungen in der Praxis schlicht nicht umsetzbar. Besser seien Spielregeln, die den Mitarbeitern eine Orientierung verschafften, was der Arbeitgeber von ihnen erwarte. Andere fordern tatsächlich allgemeingültige Verordnungen.
Tatsächlich muss der Wege sein, für jedes Unternehmen eine individuelle Lösungen zu finden.

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